Misgurnus bipartitus - Nordchinesischer Schlammpeitzger
| Wissenschaftlicher Name | Misgurnus bipartitus (Sauvage & Dabry de Thiersant, 1874) |
| Systematik | Chordata, Actinopterygii, Cypriniformes, Cobitidae |
| Weitere deutsche Namen | |
| Englische Namen | Northern oriental weatherfish |
| Herkunft | China (nördlich des Huang He, des Gelben Flusses) |
| Einschleppungswege und Einfuhrvektoren | Entkommen aus Aquarienhaltungen (absichtlich oder unabsichtlich), Nahrungsmittel oder Lebendköder. |
| Erkennungsmerkmale | Langer, aalartiger Körper, braun bis gelb gefärbt und mit einer grünlichen, graubraunen bis schwarzen Marmorierung versehen. Die für den heimischen Schlammpeitzger M. fossilis charakteristischen Längsstreifen fehlen. Die Bauchseite ist heller. Der Körper ist seitlich eingedrückt und ca. 15 cm, bis maximal 30 cm, lang. Die Art besitzt ein schmales kleines Maul mit 10 Barteln (4 davon kleiner als die anderen), die sich unterhalb der Unterlippe befinden. Die Lippen sind dick und fleischig, die Brustflossen dreieckig und mit einem kräftigen Stachel ausgestattet. Oberhalb der Beckenflosse entspringt die Rückenflosse, welche einfach und kurz gestreckt ist. Zudem besitzt er einen charakteristischen dunklen Fleck an der oberen Hälfte der Schwanzflossenbasis. Misgurnus bipartitus ist deutlich schlanker als M. anguillicaudatus. |
| Status in Österreich | Etabliert |
| Erstfund in Österreich | 2018 |
| Verbreitung in Europa | Aktuell gibt es für diese Art in Europa etablierte Nachweise in Belgien, Deutschland, den Niederlanden und in Österreich. |
| Auswirkungen des Klimawandels | Der Klimawandel wird die Etablierung der Art in weiten Teilen Europas, und auch in Österreich, begünstigen. |
| Biologie und Ökologie | Die Art besiedelt langsam fließende oder stehende Gewässer, bevorzugt mit schlammigem Untergrund, in dem sie sich vergraben können. Sie können über ein spezielles Organ Sauerstoff aus der Luft atmen und so in sauerstoffarmen Gewässern bzw. in Trockenperioden überleben. Die nachtaktiven Tiere fressen am Boden lebende Wirbellose, Pflanzen und Algen. Weibchen legen mehrere Tausend Eier, die Jungfische werden nach 1-2 Jahren geschlechtsreif. |
| Gefährdung der Biodiversität | Konkurrenz um Ressourcen mit dem heimischen Misgurnus fossilis. Auch die Übertragung von Fischparasiten (Gyrodactylus spp., Acanthocephalus spp.) auf heimische Arten ist möglich. |
| Negative ökonomische Auswirkungen | Es sind keine negativen ökonomischen Auswirkungen bekannt. |
| Negative humangesundheitliche Auswirkungen | Es sind keine negativen humangesundheitlichen Auswirkungen bekannt. |
| Positive sozio-ökonomische Auswirkungen | Misgurnus bipartitus wird als Zierfisch für Aquarien, als Nahrungsressource und als Lebendköder in anderen Teilen der Welt gehandelt. In China wird er auch in der traditionellen Medizin verwendet. |
| Managementmaßnahmen | Öffentlichkeitsarbeit in der Berufs- und Angelfischerei, Gewässerbewirtschaftung, Aquakultur und Aquaristik. Früherkennung durch den Einsatz von eDNA, Citizen Science und konventioneller Nachweismethoden sowie rasche bzw. regelmäßige Entnahme der Art im Beifang fischökologischer oder fischereiwirtschaftlicher Aktivitäten sowie verpflichtende Entnahme im Zuge der Ausübung der Angelfischerei. In kleineren Gewässern sind nach Prüfung der lokalen Begebenheiten mechanische Bekämpfungsmaßnahmen möglicherweise sinnvoll. |
| Letzte Aktualisierung | Umweltbundesamt, Jänner 2026 |
Verbreitung in Österreich
Die Art ist aktuell aus Oberösterreich und Niederösterreich bekannt.
Bundesländer
E = Etabliert
| V | T | S | K | St | O | N | W | B |
| - | - | - | - | - | E | E | - | - |
Biogeographische Regionen
| Alpine Region | Kontinentale Region |
| - | E |
EU-Risikobewertung
Verreycken, H. (2023): Risk assessment Misgurnus bipartitus. Study on Invasive Alien Species – Development of risk assessments to tackle priority species and enhance prevention. European Commission. Link
Ausgewählte Quellen
Jung, M., Ratschan, C., Zauner, G., Friedrich, T. & Zangl, L. (2021) Erste Nachweise des Nordchinesischen Schlammpeitzgers (Misgurnus bipartitus Sauvage & Dabry de Thiersant, 1874) und Ausbreitung in Österreich. Österreichs Fischerei 74: 217-232.
Zangl, L., Jung, M., Gessl, W., Koblmüller, S. & Ratschan, C. (2020) Oriental or not: First record of an alien weatherfish (Misgurnus) species in Austria verified by molecular data. BioInvasions Records 9: 375-383.
