Hightech-Forschung gegen Stinkwanzen

23. Februar 2024

Die aus Asien eingewanderten marmorierten Stinkwanzen bevölkern mittlerweile nicht mehr nur Äcker, sondern auch Wohnräume. Im Obstbau sorgen sie für Ernteausfälle in Millionenhöhe. Grazer Forscher wollen sie nun mit Sensoren, Robotern und Drohnen bekämpfen.

Im Obstbau sorgen die Wanzen etwa bei Äpfeln und Birnen für große Ernteausfälle. In Österreich laufen die Erhebungen noch, aber in der Schweiz wird der Schaden durch Stinkwanzen im Obstbau auf jährlich mittlerweile drei Millionen Euro geschätzt.

Das Bild zeigt eine Marmorierte Baumwanze.

Ein auf einem Baum angebrachter High-Tech-Sensor erkennt den Stinkwanzenbefall, ruft einen Roboter, der eine Drohne mitbringt und diese lässt die Wanzen vom Baum fallen. „Dieser Sensor ist in der Lage, das Vorhandensein von Wanzen aufgrund von deren Vibrationssignalen zu erkennen“, erklärt Manfred Hartbauer, Insektenforscher an der Uni Graz.

Der Sensor reagiert dabei auf Geräusche, so Hartbauer: „Die Weibchen von der grünen Reiswanze und von der braunen marmorierten Baumwanze erzeugen ein ganz spezifisches Pulsmuster im niederfrequenten Bereich, das wir nicht hören können, aber der Sensor kann hier quasi in den Obstbaum hineinhören. Wenn so eine Pulsfrequenz vorhanden ist, dann wird eine Abwehrmaßnahme getriggert.“

Erste Versuche im Sommer

Diese Abwehrmaßnahme hat es in sich: Über das Internet wird ein Roboter aktiviert und dieser bringt zunächst automatisiert eine Drohne zum Baum: „Und diese Luftdrohne wiederum, die ist mit einem Lautsprecher verbunden, der in der Lage ist, speziellen Schall abzustrahlen, der auch gepulst ist, aber sehr stark ist und ein Schallmuster aufweist, durch das die Wanzen sich reflexartig zu Boden fallen lassen.“ Danach sammelt der Roboter die Wanzen ein.

Hartbauer arbeitet an technologischen Lösungen für die Bekämpfung von Schadinsekten. Für die Obstbauern erhoffe er sich große Vorteile: „Der Vorteil ist, dass man hier ganz ohne chemische Pestizide auskommt, und dass man quasi selbst in der Lage ist, den ganzen Befall zu quantifizieren und auch damit verbundene Kontrollmaßnahmen eingeleitet werden.“ Erste Versuche soll es diesen Sommer geben. Das Projekt wird von der FFG mit 630.000 Euro gefördert. Die Technologie kommt von der TU Graz und steirischen Firmen.

Quelle

Hightech-Forschung gegen Stinkwanzen - steiermark.ORF.at