Asiatische Hornissen: Nester gefunden

29. Oktober 2026

In Dornbirn sind drei Nester der asiatischen Hornisse entdeckt worden. Der Imkerverband konnte sie nach längerer Suche aufspüren. In Dafins sucht man weiterhin nach Nestern. Die invasive Art bedroht vor allem die heimischen Honigbienen. Funde sollen an die inatura gemeldet werden.

Über einen Sandboden fliegende Asiatische Hornisse.

Ein bisschen Wein, ein bisschen Bier und etwas Süßes: damit lassen sich nicht nur Menschen gerne anlocken, sondern auch asiatische Hornissen. Imker Martin Alfare erklärt, wie er die Tiere mit dem Lockstoff zu regelmäßigen Besuchen verführt. Die Hornissen werden dann markiert. Anhand der Zeit, die zwischen zwei Besuchen am Locktopf vergeht, lässt sich dann die Entfernung zum Nest abschätzen.

Nester nicht selbst entfernen

Bei der Nahrungsaufnahme seien die Hornissen nicht gefährlicher als jede Wespe, sagt Alfare. Für Menschen ist ihr Gift grundsätzlich nicht bedrohlicher als das ihrer einheimischen Verwandten. Die Tiere sind per Schiff aus China nach Europa gekommen, erklärt Elisabeth Ritter von der inatura. Erstmals sei sie 2005 in Frankreich aufgetaucht.

Der Stachel der asiatischen Hornisse sei aber eineinhalb Mal so lang wie der von europäischen Hornissen, erklärt Imker Alfare. Und die Tiere verfügen über einen Alarmmodus: Sobald sie Gefahr für das Nest wahrnehmen, gehen sie massenhaft zum Angriff über.

Nester sollten daher keinesfalls von Laien entfernt werden. Die Hornissen stechen nicht nur zu, sie spritzen auch mit dem Gift um sich. Die asiatischen Hornissen sind aber vor allem eine Gefahr für Bienenvölker. Sie ernähren sich bis zu 80 Prozent von Honigbienen.

Meldung an die inatura

Funde sollen mit Foto an die inatura in Dornbirn gemeldet werden. Es gebe immer wieder Menschen, die die Tiere erkennen und melden, sagt Alfare. „Dann können wir relativ früh eingreifen.“ Es gebe täglich Meldungen, bestätigt Biologin Ritter. Allerdings handle es sich nicht bei allen Funden dann auch tatsächlich um asiatische Hornissen.

Alfare fängt nach Sichtungen auch einzelne Tiere ein und versieht sie mit einem Sender. Dadurch lässt sich das Nest näher lokalisieren. Im Juni wurde die invasive Art erstmals in Vorarlberg gesichtet. Man hat damals zwei kleine Primärnester in Lustenau entdeckt.

Im Juli und August wurden immer wieder Sichtungen in Dornbirn gemeldet. Auch wenn man herausfinde, wo ungefähr sich ein Nest befinde, sei die genaue Lokalisierung schwierig, erklärt Imker Alfare.

Sekundärnester besonders gefährlich für die Ausbreitung

Die kleinen Primärnester im Frühjahr sind noch gut auffindbar, die Sekundärnester hängen im Hochsommer aber weit oben in Baumkronen. Darin leben 1.500 bis 2.000 Tiere, bis sie entdeckt werden, sind die 150 bis 200 Jungköniginnen oft schon ausgeflogen.

In den Dornbirner Stadtteilen Wallenmahd, Kehlegg und Grundegg wurde nach dreiwöchiger Suche jeweils ein Nest ausfindig gemacht. Sie sollen nun vernichtet werden, um die Ausbreitung der invasiven Art zu verhindern. Bei zwei Nestern rückt bereits am Donnerstag der Schädlingsbekämpfer an.

Funde in Dornbirn und Dafins

In Feldkirch Tisis wurden außer einem toten Exemplar an der Grenze zu Liechtenstein bislang keine weiteren Tiere gefunden. Nachweise der asiatischen Hornisse gibt es aber außer in Dornbirn noch in Dafins, heißt es vom Land gegenüber dem ORF Vorarlberg. Die Nestsuche sei dort aber bisher erfolglos geblieben.

Ausrottung unwahrscheinlich

Da die Nester hoch oben in den Baumkronen hängen, ist ihre Entfernung sehr aufwendig. Das Land Vorarlberg arbeitet eng mit einem Schädlingsbekämpfer und dem Imkerverband zusammen, um die Nester möglichst rasch zu entfernen. Sobald die Arbeiten in Dornbirn abgeschlossen sind, werde man ausführlicher über die Nachweise der Asiatischen Hornisse in Vorarlberg und die getroffenen Maßnahmen informieren.

Die asiatische Hornisse sei sehr flexibel was den Lebensraum und das Nahrungsangebot anbelange, sagt Biologin Ritter. Sie habe auch keine Fressfeinde. Die Art in Europa komplett auszurotten, sei vermutlich nicht mehr möglich, sagt Imker Alfare. Aber es sei wichtig, die Ausbreitung einzudämmen.

Links

Quelle und mehr Infos

Asiatische Hornissen: Nester gefunden - vorarlberg.ORF.at