Zostera japonica – Japanisches Seegras

Wissenschaftlicher NameZostera japonica Asch. & Graebn.
SystematikPlantae, Tracheophyta, Liliopsida, Alismatales, Zosteraceae 
Weitere deutsche Namen
Englische NamenJapanese eelgrass, Dwarf eelgrass
HerkunftDie Art ist in den kalt- und warmgemäßigten Bereichen des Nordwestpazifiks sowie im zentralen Indopazifik heimisch. Das natürliche Areal erstreckt sich von der Halbinsel Kamtschatka in Russland über Sachalin und die Kurilen, über ganz Japan einschließlich der Ryūkyū-Inseln, Korea, das östliche Festland-China, Taiwan und Vietnam bis zum nördlichen Rand des Mekong-Deltas. 
Einschleppungswege und EinfuhrvektorenPotenzielle Einschleppungswege sind die unbeabsichtigte Einfuhr mittels Ballastwasser, als blinder Passagier an Schiffen und Booten oder durch den Transport von Tieren für die Marikultur. Einerseits wurde Seegras als Verpackungsmaterial in Austernkisten verwendet und andererseits könnten Samen an Austernschalen haften und nach Freisetzung keimen.
ErkennungsmerkmaleDie sehr kleinwüchsige und kurzlebige Seegrasart wächst als Einjährige oder kurzlebig Mehrjährige. Die vegetativen Triebe bestehen aus einem Blattbündel mit 2–4 Blättern, das an der Basis von einer offenen, beständigen Blattscheide von 3–6 cm Länge mit zwei überlappenden Membranklappen umschlossen ist. Die wechselständig angeordneten Blattspreiten sind typischerweise kürzer als 15 cm (max. 30 cm) und 0,8–1,3 mm breit. Jedes Blatt weist in der Regel drei parallele Blattadern auf. Die Blütentriebe sind aufrechte, spärlich verzweigte Stängel von bis zu 30 cm Höhe. Die Zweige tragen 2–5 Blütenstände mit männlichen und weiblichen Blüten, die in zwei Reihen abwechselnd auf einem abgeflachten, fleischigen, 1,5–2 cm langen und 1,5–2,5 mm breiten Kolben (Spadix) angeordnet sind. Der Kolben ist von einer 3–6 cm langen Spatha umschlossen. Die kriechenden Rhizome messen 0,5–1,5 mm im Durchmesser. 
Status in ÖsterreichFehlend 
Erstfund in Österreich-
Verbreitung in EuropaAktuell in Europa nicht nachgewiesen.
Auswirkungen des KlimawandelsWenngleich die Art bislang nicht in Europa nachgewiesen wurde, sind weite Teile der europäischen marinen Gewässer potenziell für eine Ansiedlung geeignet. Durch die Folgen des Klimawandels ist eine leichte Zunahme der Habitateignung in der Nordsee und im Schwarzen Meer infolge eines Anstiegs der Meeresoberflächentemperaturen im Winter zu erwarten. Im Mittelmeerraum hingegen dürften die Bereiche mit geeigneten Bedingungen abnehmen. 
Biologie und ÖkologieZostera japonica ist eine submerse Wasserpflanze, die in den Gezeitenzonen mariner Lebensräume und in Ästuaren vorkommt. Sie tritt v. a. in geschützten Buchten an sandigen oder schlammigen Küsten in Tiefen bis zu drei Metern auf. Die monözische Art kann sich sowohl vegetativ (klonal) als auch sexuell durch Samenproduktion vermehren. Die Besiedlung neuer Standorte erfolgt vorwiegend über Samen, wobei Wasservogelarten bei der Ausbreitung eine Rolle spielen. 
Gefährdung der BiodiversitätZostera japonica verändert in ihrem sekundären Verbreitungsgebiet in Nordamerika die Gezeitenzone und die darin vorkommenden Lebensgemeinschaften. Die Art dringt in bislang unbewachsene Wattflächen ein, verändert die Habitatstruktur und verringert den Wasserfluss zu den Wattflächen. Da sich Z. japonica schneller zersetzt als andere Seegras-Arten, kann die zugehörige Zersetzergemeinschaft verändert werden, was zu einem erhöhten Kohlenstoff- und Nährstoffumsatz führen kann. Darüber hinaus kann die Art die Artenvielfalt und Zusammensetzung benthischer Lebensgemeinschaften negativ verändern. Dadurch trägt sie zum Rückgang der Nahrungsgebiete von Wattvögeln bei. Auch negative Auswirkungen auf andere Makrohydrophyten sind belegt. 
Negative ökonomische AuswirkungenBerichten aus Nordamerika zufolge können die Erntemethoden für Muscheln behindert werden, wodurch erhöhte Kosten entstehen und die Menge erntefähiger Muscheln verringert wird. Zudem wurde eine indirekte negative Auswirkung auf wirtschaftlich wichtige Fischarten infolge reduzierter Copepodenbiomasse, die die Fische als Nahrungsquelle nutzen, beschrieben. 
Negative humangesundheitliche AuswirkungenEs sind keine negativen humangesundheitlichen Auswirkungen bekannt. 
Positive sozio-ökonomische AuswirkungenDurch die starke antioxidative Aktivität könnte Z. japonica eine potenzielle Quelle natürlicher Antioxidantien für die Entwicklung von kosmetischen Produkten oder Lebensmitteln sein.
ManagementmaßnahmenDie Kontrolle bzw. Beseitigung der Art gestaltet sich schwierig. Möglichkeiten der mechanischen bzw. physikalischen Bekämpfung umfassen das Ausgraben bzw. Ausbaggern, Abbrennen, Beschatten bzw. Abdecken (z. B. mit Jute-Gewebe). 
Letzte AktualisierungUmweltbundesamt, Jänner 2026
 

Verbreitung in Österreich

Es sind keine Nachweise der Art in Österreich bekannt.

Bundesländer

VTSKStONWB
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Biogeographische Regionen

Alpine RegionKontinentale Region
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EU-Risikobewertung

Galanidi, M., Wood, C.A. & Beckmann, B. (2024): Risk assessment Nanozostera japonica. Study on Invasive Alien Species – Development of risk assessments to tackle priority species and enhance prevention. Link

Links

IUCN