Delairea odorata - Kap-Efeu
| Wissenschaftlicher Name | Delairea odorata Lem. |
| Systematik | Plantae, Tracheophyta, Magnoliopsida, Asterales, Asteraceae |
| Weitere deutsche Namen | Efeugreiskraut, Salonefeu |
| Englische Namen | Cape ivy, German ivy, climbing senecio, parlor ivy |
| Herkunft | Südliches Südafrika (Ostkap von Uitenhage bis KwaZulu-Natal) |
| Einschleppungswege und Einfuhrvektoren | Die Einfuhr erfolgte zum Zweck des kommerziellen Gartenbaus und für die private Nutzung als Zierpflanze. Darüber hinaus spielt die unabsichtliche Einschleppung über kontaminiertes Erd- und Pflanzenmaterial eine Rolle. |
| Erkennungsmerkmale | Delairea odorata ist eine mehrjährige, immergrüne, raschwüchsige Kletterpflanze mit einer holzigen Basis. Die Wurzeln entspringen den Knoten von Ausläufern und Rhizomen. Das Wurzelsystem ist einfach und wenig weitreichend. Sie durchdringen meist kaum die organische Bodenschicht. Die Ausläufer und Rhizome haben eine glänzende Oberfläche und sind mit einer dicken Kutikula versehen. Die Rhizome weisen häufig dunkelviolette Flecken auf oder sind vollständig violett gefärbt. Die Stängel sind verzweigt und erreichen eine Höhe von bis zu 8 m. Die wechselständig angeordneten Blätter sind semi-sukkulent, grün gefärbt und kahl und haben eine breit dreieckige bis efeuartige Form mit 5–9 flachen, aber spitz zulaufenden Lappen. Die Blattspreiten sind 3–8 cm breit und 3–8 cm lang und verströmen beim Zerreiben einen charakteristischen medizinischen Geruch. Sowohl Blätter als auch Stängel dienen als Wasserspeicher. Die Blütenköpfe tragen gelbe, in endständigen und achselständigen Zymen angeordnete Röhrenblüten. Die 4–5 mm langen Röhrenblüten stehen in Büscheln, Zungenblüten fehlen. Die Früchte sind etwa 2 mm lange Achänen mit einem 5–6 mm langen, weißen Pappus, der leicht abfällt. Die Borsten sind fein rau und bärtig. |
| Status in Österreich | Unbeständig |
| Erstfund in Österreich | 2011 |
| Verbreitung in Europa | Die Art gilt in Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Portugal und Spanien als etabliert. Darüber hinaus wurde die Art unbeständig in Finnland und Schweden nachgewiesen. |
| Auswirkungen des Klimawandels | Es wird davon ausgegangen, dass D. odorata durch den Klimawandel, insbesondere durch eine Zunahme der Minimumtemperatur in den Wintermonaten, profitieren wird. Dadurch bedingt ist eine Ausweitung des potentiellen Verbreitungsgebiets sowie eine Zunahme der Auswirkungen auf Lebensräume und Ökosystemleistungen zu erwarten. |
| Biologie und Ökologie | Es wird angenommen, dass der Kap-Efeu insektenbestäubt ist, wobei die primären Bestäuber noch nicht dokumentiert wurden. Die Art kann sich sowohl vegetativ als auch über Samen vermehren. Die vegetative Vermehrung erfolgt, indem die Knoten des Stängels oder der Ausläufer oder die Blattstiele den Boden berühren. Auch kleine Pflanzenfragmente wurzeln leicht und schnell. Delairea odorata kann bis zu 40.000 Samen pro Pflanze produzieren, die durch Wind, Wasser und Bodentransport ausgebreitet werden. Die Produktion keimfähiger Samen wurde bisher aber nur im natürlichen Areal sowie in Australien beobachtet. Die trockenheits- und frosttolerante Art gedeiht sowohl in voller Sonne als auch im Schatten und kann sich an trockenen wie auch an mäßig feuchten Standorten etablieren. Üblicherweise bevorzugt sie fruchtbare Böden mit hohem pH-Wert. |
| Gefährdung der Biodiversität | Delairea odorata kann in unterschiedliche Lebensräume eindringen: von gestörten bis zu natürlichen, von trockenen bis zu feuchten. Durch ihre Fähigkeit zur Ausbildung dichter, bodendeckender Bestände kann sie die Verjüngung heimischer Pflanzen beeinträchtigen bzw. verhindern und so die heimische Vegetation verdrängen, nicht zuletzt durch die hohe Konkurrenzkraft um Wasser und Nährstoffe. Die Auswirkungen auf einjährige Arten sind in der Regel stärker als auf mehrjährige, holzige Arten. Infolge des hohen Gewichts der Kletterpflanzen können auch Bäume zu Fall gebracht werden. Auswirkungen auf Tiere und das Mykobiom des Bodens sind festgestellt worden. |
| Negative ökonomische Auswirkungen | Es gibt Hinweise auf eine Reduktion der Futterqualität und Vergiftungserscheinung von Weidetieren, wenn die Art in Weiden auftritt. Ökonomisch relevant sind die Kosten für das allfällige Management. |
| Negative humangesundheitliche Auswirkungen | Delairea odorata enthält Substanzen (z. B. Pyrrolizidinalkaloide), die für Menschen, Säugetiere und insbesondere für Wasserorganismen giftig sind. |
| Positive sozio-ökonomische Auswirkungen | Neben ihrer Verwendung als Zierpflanze sind keine positiven sozio-ökonomischen Auswirkungen bekannt. |
| Managementmaßnahmen | Bei der mechanischen Beseitigung muss die Pflanze ausgegraben, eine Eindämmungszone eingerichtet und alle Pflanzenreste entfernt werden. Da die Art aus kleinen Pflanzenfragmenten neu austreiben kann, gilt die mechanische Bekämpfung als schwierig und zeitaufwändig. Im Hinblick auf die chemische Bekämpfung haben sich Glyphosat und Triclopyr als wirksam erwiesen. Die Chemikalien sollten während der Wachstumsphase der Pflanze angewendet werden. Für eine erfolgreiche Bekämpfung werden zwei Behandlungen alle vier Monate über mehrere Jahre hinweg empfohlen. Die Anwendungsmöglichkeit der chemischen Bekämpfung hängt von den rechtlichen Vorgaben, der Empfindlichkeit der Begleitvegetation und der von der Pflanze bedeckten Fläche ab. Die unbeständigen Vorkommen in Salzburg sind zumindest zu überwachen bzw. sollten manuell beseitigt werden. Im Bedarfsfall ist die Maßnahme zu wiederholen, um das Wachstum der Triebe zu verhindern. |
| Letzte Aktualisierung | Umweltbundesamt, Jänner 2026 |
Verbreitung in Österreich
Die Art wurde bislang nur im Bundesland Salzburg nachgewiesen.
U = Unbeständig
| V | T | S | K | St | O | N | W | B |
| - | - | U | - | - | - | - | - | - |
Biogeographische Regionen
| Alpine Region | Kontinentale Region |
| U | U |
EU-Risikobewertung
Kudrnovsky, H., Shaw, R., Tanner, R. & Beckmann, B. (2022): Risk assessment Delairea odorata. Study on Invasive Alien Species – Development of risk assessments to tackle priority species and enhance prevention. European Commission. Link
Weiterführende Literatur
Glaser, M., Gilli, C., Griebl, N., Hohla, M., Pflugbeil, G., Stöhr, O., Pilsl, P., Ehrendorfer-Schratt, L., Niklfeld, H., Walter, J., Pagitz, K. & Essl, F. (2025) Checklist of Austrian neophytes (2nd edition). Preslia 97: 413-539.