Acacia mearnsii - Schwarze Akazie
| Wissenschaftlicher Name | Acacia mearnsii De Wild. |
| Systematik | Plantae, Tracheophyta, Magnoliopsida, Fabales, Fabaceae |
| Weitere deutsche Namen | Gerberakazie, Grüne Akazie, Schwarzholzakazie |
| Englische Namen | black wattle, green wattle |
| Herkunft | Südost Australien (New South Wales, South Australia, Tasmanien, Victoria) |
| Einschleppungswege und Einfuhrvektoren | Gartenbau: Die Art wurde zu kommerziellen Zwecken eingeführt und in Gärtnereien und Gewächshäusern kultiviert. Sie wird als Zierpflanze in europäischen Gärten und Parkanlagen verwendet. |
| Erkennungsmerkmale | Die Schwarze Akazie ist ein Strauch oder aufrechter Baum von bis zu 10 (-16) m Höhe. Der Stamm hat eine glatte, graue bis schwarze Borke, die im Alter an der Basis gewellt ist. Die Zweige sind kantig mit kurzen dicht samtig-filzigen Rippen. Junge Blattspitzen erscheinen gelb oder grünlich-gelb und sind samtig behaart. Die Blätter sind etwas ledrig, dunkelgrün und glänzend auf der Oberseite und gleichfarbig bis etwas blasser auf der Unterseite. Bei den blassgelben bis cremefarbenen Blütenständen handelt es sich um achselständige Trauben oder achsel- bis endständige Scheinrispen. Die 3-15 cm langen und 4-8 mm breiten Hülsenfrüchte sind von lederartiger Textur, schwarz oder rot- bis dunkelbraun gefärbt, leicht rau und grau-flaumig behaart. |
| Status in Österreich | Fehlend |
| Erstfund in Österreich | – |
| Verbreitung in Europa | Die Art kommt vorwiegend in Südwesteuropa vor. In der EU gibt es Nachweise in Frankreich (inkl. Korsika), Italien (inkl. Sardinien), Portugal (inkl. Madeira) und Spanien (inkl. Kanarische Inseln). Sie gilt als etabliert in Portugal (Festland und Madeira), Korsika, Sardinien und auf den Kanaren. |
| Auswirkungen des Klimawandels | Die Schwarze Akazie kann durch den Klimawandel teilweise profitieren. Die Art ist in der atlantischen, kontinentalen und mediterranen biogeografischen Region etabliert und es wird vermutet, dass das Potential für Etablierung bzw. weitere Ausbreitung in der atlantischen und kontinentalen Region zunimmt, während für den Mittelmeerraum aufgrund von zunehmenden Dürren eine Abnahme der Eignung erwartet wird. Auch für die pannonische Region ist eine deutliche Zunahme der Eignung zu erwarten. Eine weitere Ausbreitung in Europa ist daher möglich und sehr wahrscheinlich. |
| Biologie und Ökologie | Im natürlichen Lebensraum wächst A. mearnsii in Schluchten oder an Berghängen, in feuchten Hartlaubwäldern oder lichten Gehölzbeständen, im Tussock-Grasland oder in küstennahen Gebüschen. Die Blütezeit reicht dort von Oktober bis Dezember. Die Art produziert zahlreiche kleine Samen, die nicht aktiv ausgebreitet werden. Sie kann nach einem Brand aus basalen Trieben wieder austreiben. Sie bildet außerdem zahlreiche Schösslinge, die monospezifische Dickichte aufbauen können. Die Samen bleiben bis zu 50 Jahre lang keimfähig. |
| Gefährdung der Biodiversität | Die Schwarze Akazie ist in Gebieten, wo sie aus der Kultur entkommen ist, äußerst kompetitiv und invasiv. Wie auch andere Vertreter der Hülsenfrüchtler besitzt sie die Fähigkeit, atmosphärischen Stickstoff im Boden zu fixieren, was zu einer Erhöhung des Bodenstickstoffgehaltes führt. So wird die Artenzusammensetzung beeinflusst und ein Biodiversitätsverlust kann folgen. Auch durch die Bildung monospezifischer Bestände wird die biologische Vielfalt an einem Standort verringert. Darüber hinaus dürfte sie allelopathische Eigenschaften haben, die das Wachstum anderer Pflanzenarten beeinträchtigen und die Habitatstruktur und Sukzession beeinflussen können. |
| Negative ökonomische Auswirkungen | A. mearnsii kann sowohl den Bodenwasserabfluss als auch die Bodenfeuchtigkeit (insbesondere an stark befallenen Standorten) verringern, was sich auf die Verfügbarkeit von Wasser für Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen auswirkt. In Südafrika wurde der wirtschaftliche Verlust aufgrund einer Verringerung des Wasserabflusses auf 2,8 Mio. USD geschätzt. Sie kann in Weideflächen eindringen und die Rentabilität der Viehzucht stark beeinträchtigen und wie bei anderen invasiven Arten verursacht die Bekämpfung wirtschaftliche Kosten. |
| Negative humangesundheitliche Auswirkungen | Die Art ist als allergen wirksam bekannt, wenngleich dazu wenige Informationen vorliegen. |
| Positive sozio-ökonomische Auswirkungen | Die aus der Rinde gewonnenen Tannine werden häufig zur Herstellung von weichem Leder verwendet. Aus Rindenextrakten lassen sich auch zahlreiche andere Produkte wie Harze, Verdünner und Klebstoffe herstellen. Das Holz wird als Baumaterial verwendet, die Holzkohle als Brennstoff und der Zellstoff sowie die Holzspäne zur Papierherstellung. Acacia mearnsii hat einige bekannte medizinische Anwendungen, beispielsweise als blutstillendes oder adstringierendes Mittel. |
| Managementmaßnahmen | Prävention durch Öffentlichkeitsarbeit/Bewusstseinsbildung zur Verhinderung der vorsätzlichen und nicht vorsätzlichen Einfuhr und Ausbringung in die freie Natur; Frühwarnsystem, um neue Vorkommen festzustellen und frühzeitig Bekämpfungsmaßnahmen durchzuführen; A. mearnsii kann aus Wurzeltrieben wieder austreiben, weshalb die Pflanzen vollständig entfernt werden sollten; auch das Ringeln des Stammes ist wirksam. |
| Letzte Aktualisierung | Umweltbundesamt, Jänner 2026 |
Verbreitung in Österreich
Es sind keine Nachweise aus Österreich bekannt.
Bundesländer
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Biogeographische Regionen
| Alpine Region | Kontinentale Region |
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EU-Risikobewertung
Brundu, G., Tanner, R. & Beckmann, B. (2023): Risk assessment Acacia mearnsii. Study on Invasive Alien Species – Development of risk assessments to tackle priority species and enhance prevention. European Commission. Link
Ausgewählte Quellen
Jansen, C. & Kumschick, S. (2022) A global impact assessment of Acacia species introduced to South Africa. Biological Invasions 24: 175-187.