Vespa mandarinia - Asiatische Riesenhornisse
| Wissenschaftlicher Name | Vespa mandarinia Smith, 1852 |
| Systematik | Insecta, Hymenoptera, Vespidae |
| Weitere deutsche Namen | Nördliche Riesenhornisse |
| Englische Namen | Asian giant hornet; northern giant hornet, Japanese giant hornet, Yak-killer hornet |
| Herkunft | Asien (Süd- und Ost-China, Japan, Südost-Russland, Südkorea, Nordost-Indien, Bhutan, Nepal, Myanmar, Laos, Malaysia, Thailand, Vietnam) |
| Einschleppungswege und Einfuhrvektoren | Transport - Verunreinigung (Baumschulmaterial), Transport - Verunreinigung (Transport von Habitatmaterial), Transport - Blinder Passagier (Container/Sperrgut), Entkommen aus Gefangenschaft (Lebendfutter und Lebendköder) Vespa mandarinia-Königinnen überwintern einzeln, in der Regel in Höhlen, die in den Boden gegraben wurden, oder gelegentlich in verrottetem Holz. Daher ist der Transport begatteter Königinnen vom Herbst bis zum Frühjahr (vor, während und nach der Überwinterung) die wahrscheinlichste Art der Einschleppung. Einzelne Königinnen können unbeabsichtigt mit Zierpflanzen-Substrat (z. B. Topfpflanzen), in verrottetem Holz, oder als blinder Passagier in Waren aller Art in Containern transportiert werden. Ein vollständiges Nest wurde von Asien nach Nordamerika importiert, vermutlich zur Konsumation, da Larven und Puppen in Asien als Delikatesse gelten. |
| Erkennungsmerkmale | Das auffallendste Merkmal dieser Wespen ist ihre Größe: Königinnen können über 5 cm erreichen, die kleinsten Arbeiterinnen sind mindestens 3,5 cm groß. Ihr Stachel ist 0,6 cm lang. Der orange Kopf der Riesenhornisse ist breiter als lang. Das erste Antennenglied ist ebenfalls orange, die übrigen Antennenglieder dunkel grau-braun. Die Facettenaugen und Ocellen sind dunkelbraun. Der Hinterleib weist mehrere gelbe Bänder auf. |
| Status in Österreich | Fehlend |
| Erstfund in Österreich | - |
| Verbreitung in Europa | Fehlend |
| Auswirkungen des Klimawandels | Unter den derzeitigen klimatischen Bedingungen sind die kontinentale und atlantische Region sowie Teile der Mittelmeer-, Schwarzmeer- und Pannonischen Region für die Art geeignet. Bei wärmeren Temperaturen könnten Teile der Borealen und Alpinen Region geeignet werden, während sich größere Sommer-Trockenheit vor allem in Süd- und Ost-Europa negativ für die Art auswirken. |
| Biologie und Ökologie | Vespa mandarinia nistet in unterirdischen Hohlräumen in 6-60 cm Tiefe, selten in Baumhöhlen. Ausreichend Feuchtigkeit bzw. Wasserverfügbarkeit ist für die Nestkonstruktion notwendig. Begattete Königinnen überwintern und beginnen mit der Eiablage im Frühling. Eine Kolonie produziert über 200 Drohnen und neue Königinnen. Der Aktionsradius von Arbeiterinnen beträgt meist 1-2 km, kann aber bis zu 8 km betragen; Königinnen können weit fliegen und größere Distanzen zurücklegen. |
| Gefährdung der Biodiversität | Die Asiatische Riesenhornisse ernährt sich räuberisch von anderen Arthropoden und konkurriert um Nahrungsressourcen. Sie kann koordinierte Angriffe auf Völker kleinerer Wespen- und Hornissenarten (Vespa, Vespula, Polistes) aber auch auf Bienenstöcke durchführen. Findet eine Arbeiterin von V. mandarinia ein Wespen- oder ein Bienenvolk, so markiert sie deren Nest mit einem Sekret, wodurch weitere Exemplare angelockt werden. Konkurrenz um Nistplätze mit Vespa crabro sind möglich. Der Verlust von Honigbienen hat negative Auswirkungen auf die Bestäubungsleistung. |
| Negative ökonomische Auswirkungen | Negative Auswirkungen auf Bienenvölker sind möglich. Wirtschaftliche Kosten können auch durch ihre Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und reduzierte Freizeitaktivitäten entstehen. |
| Negative humangesundheitliche Auswirkungen | Menschen, die von einer Asiatischen Riesenhornisse gestochen wurden, beschreiben starke Schmerzen. Der Stich kann zudem allergische Reaktionen hervorrufen. |
| Positive sozio-ökonomische Auswirkungen | In Asien gelten die Larven und Puppen von V. mandarinia als Delikatesse. Sie werden auf verschiedene Weise gehandelt und konsumiert. Ihnen werden auch medizinische Eigenschaften zugeschrieben. |
| Managementmaßnahmen | Die Art wurde noch nicht in Europa festgestellt. Überwachung, frühzeitige Erkennung und sofortige Beseitigung sind daher von entscheidender Bedeutung. Bestehende Managementmaßnahmen zu Vespa velutina sollten erweitert werden. |
| Letzte Aktualisierung | Umweltbundesamt, Jänner 2026 |
Verbreitung in Österreich
Es sind keine Nachweise aus Österreich bekannt
Bundesländer
| V | T | S | K | St | O | N | W | B |
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Biogeographische Regionen
| Alpine Region | Kontinentale Region |
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EU-Risikobewertung
Kenis, M. & Seehausen, L. (2022): Risk assessment Vespa mandarinia. Study on Invasive Alien Species – Development of risk assessments to tackle priority species and enhance prevention. European Commission. Link
Ausgewählte Quellen
Smith-Pardo, A.H., Carpenter, J.M. & Kimsey, L. (2020) The diversity of hornets in the genus Vespa (Hymenoptera: Vespidae; Vespinae), their importance and interceptions in the United States. Insect Systematics and Diversity 4(3): 2.
Wilson, T.M., Takahashi, J., Spichiger, S.E., Kim, I. & van Westendorp, P. (2020) First Reports of Vespa mandarinia (Hymenoptera: Vespidae) in North America Represent Two Separate Maternal Lineages in Washington State, United States, and British Columbia, Canada. Annals of the Entomological Society of America: saaa024.