Pycnonotus jocosus - Rotohrbülbül

Wissenschaftlicher NamePycnonotus jocosus (Linnaeus, 1758) 
SystematikAves, Passeriformes, Pycnonotidae 
Weitere deutsche Namen 
Englische Namencrested bulbul, red-eared bulbul, Persian nightingale, Red-whiskered bulbul 
HerkunftTropisches Asien, von Pakistan über Indien und Südostasien bis in das südliche China 
Einschleppungswege und EinfuhrvektorenEntkommen aus Gefangenschaft (private Haltungen, Zoos und Tierparks) sowie absichtliche Freisetzung aus unterschiedlichen Motiven 
ErkennungsmerkmalePycnonotus jocosus ist eine dunkle, mittelgroße, schlanke Bulbulart. Durch die Kombination aus seinem auffälligen, meist senkrecht gehaltenen schwarzen Kopfbüschel („Haube“), den weißen und roten Wangen und den roten Unterschwanzdecken fast unverwechselbar. Mit einer Länge von 18 bis 20,5 cm ist diese Vogelart etwa so groß wie ein Star. Es gibt keinen eindeutigen Geschlechtsdimorphismus zwischen Männchen und Weibchen. 
Status in ÖsterreichFehlend 
Erstfund in Österreich-
Verbreitung in EuropaDie Art wurde vereinzelt in Belgien, Dänemark, Deutschland, Italien, Niederlande, Portugal und in der Schweiz nachgewiesen, wobei es sich nachweislich um aus Haltungen entkommene Vögel handelt. In Spanien (Valencia) besteht eine etablierte Population von rund 60 Brutpaaren und mehreren Hundert Tieren. 
Auswirkungen des KlimawandelsUnter den künftigen klimatischen Bedingungen wird sich die für die Etablierung der Art günstige Fläche in der mediterranen Region und auch in anderen biogeographischen Regionen vergrößern. Die klimatischen Bedingungen in Österreich bleiben nach diesen Modellen weitgehend für eine Etablierung ungeeignet. 
Biologie und ÖkologieDer Rotohrbülbül ist eine stationäre Art, die überwiegend in menschlichen Siedlungen vorkommt. Besiedelt werden Waldränder, Mangroven und Feuchtgebiete, Parks und Gärten, Obstgärten und landwirtschaftliche Flächen. Dicht bewachsene Gebiete, wie zusammenhängende Wälder, werden gemieden. 
Gefährdung der BiodiversitätNegative Auswirkungen auf die Biodiversität umfassen Konkurrenz um Ressourcen mit einheimischen Vögeln und die Prädation von Reptilien, Insekten, Spinnen und anderen wirbellosen Tieren. Die Art breitet auch Samen invasiver Pflanzen aus. 
Negative ökonomische AuswirkungenDer Rotohrbülbül ist ein Schädling in der Landwirtschaft und in Gärten und ernährt sich von Obst, Gemüse, Blütenknospen und Insekten und kann invasive Pflanzenarten ausbreiten. 
Negative humangesundheitliche AuswirkungenEs sind keine negativen humangesundheitliche Auswirkungen bekannt. 
Positive sozio-ökonomische AuswirkungenDer Rotohrbülbül ist ein beliebter Käfigvogel. 
ManagementmaßnahmenPrävention durch Öffentlichkeitsarbeit/Bewusstseinsbildung zur Verhinderung der vorsätzlichen und nicht vorsätzlichen Ausbringung in die freie Natur; Frühwarnsysteme (z. B. Citizen Science), um neue Vorkommen festzustellen und frühzeitig Eindämmungs- und Fangmaßnahmen durchzuführen. 
Letzte AktualisierungUmweltbundesamt, Jänner 2026
 

Verbreitung in Österreich

Es sind keine Nachweise aus Österreich bekannt. 

Bundesländer

VTSKStONWB
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Biogeographische Regionen

Alpine RegionKontinentale Region
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EU-Risikobewertung

Adriaens, T., D’hondt, B., Scalera, R., Beckmann, B. & Robertson, P. (2022): Risk assessment Pycnonotus jocosus. Study on Invasive Alien Species – Development of risk assessments to tackle priority species and enhance prevention. European Commission. Link

 Ausgewählte Quellen 

Le Gros, A., Clergeau, P., Zuccon, D., Cornette, R., Mathys, B. & Samadi, S. (2016) Invasion history and demographic processes associated with rapid morphological changes in the Red‐whiskered bulbul established on tropical islands. Molecular Ecology 25: 5359-5376. 

Linnebjerg, J.F., Hansen, D.M. & Olesen, J.M. (2009) Gut-passage effect of the introduced Red-whiskered Bulbul (Pycnonotus jocosus) on germination of invasive plant species in Mauritius. Austral Ecology 34: 272-277.

Philippe, C. & Mandon-Dalger, I. (2001) Fast colonization of an introduced bird: the case of Pycnonotus jocosus on the Mascarene Islands. Biotropica 33: 542-546. 

Links 

Birds of the World

Global Invasive Species Database (GISD)