Platydemus manokwari - Neuguinea-Plattwurm
| Wissenschaftlicher Name | Platydemus manokwari de Beauchamp, 1963 |
| Systematik | Rhabditophora, Tricladida, Geoplanidae |
| Weitere deutsche Namen | |
| Englische Namen | New Guinea flatworm, Manokwari flatworm, snail-eating flatworm |
| Herkunft | Neuguinea |
| Einschleppungswege und Einfuhrvektoren | Die Art wurde absichtlich auf einigen pazifischen Inseln zur biologischen Kontrolle gegen die Ostafrikanische Riesenschnecke ausgesetzt. Sie kann auch unbemerkt im Boden und in Erde bzw. Substrat von Topfpflanzen verschleppt werden. |
| Erkennungsmerkmale | In Ruhestellung ist der Plattwurm in der Mitte am breitesten und verjüngt sich zu beiden Enden hin. Im Querschnitt ist der Rücken leicht gewölbt und der Bauch flach. Ausgewachsene Exemplare sind 40-70 mm lang und 4-5 mm breit. Die Mundöffnung befindet sich kurz hinter der Mitte des Bauches, die Genitalpore dahinter. Zwei große, vorstehende Augen befinden sich an der Spitze des länglichen, rüsselartigen Kopfes. Der Rücken ist hell- bis dunkelolivbraun und am dunkelsten auf beiden Seiten des hellen, cremeweißen Streifens, der entlang der Rückenmitte und an den Rändern verläuft. Der Bauch ist cremeweiß und hat einen weißen Mittelstreifen. |
| Status in Österreich | Fehlend |
| Erstfund in Österreich | - |
| Verbreitung in Europa | Platydemus manokwari kommt in Europa nicht in der freien Natur vor. Es gibt einen Nachweis aus einem Gewächshaus in Frankreich. |
| Auswirkungen des Klimawandels | Der Klimawandel erhöht die Wahrscheinlichkeit der Etablierung der Art in der freien Natur in Europa. |
| Biologie und Ökologie | Der natürliche Lebensraum der Art sind ungestörte subalpine Wälder und Grasland. Platydemus manokwari bevorzugt feuchte, aber nicht nasse Lebensräume. In vom Menschen veränderten Gebieten wird die Art in verrottender Vegetation, Laubstreu, Topfpflanzen, unter umgestürztem Holz sowie in den Blattansätzen und Hohlräumen von Bananenrhizomen, Palmen, Taro und anderen Knollengewächsen gefunden. Nach starkem Regen kann die Art an Gebäudewänden hochklettern und durch Außenöffnungen in Wohnungen eindringen, insbesondere in feuchten Bereichen wie Wäschereien, Badezimmern und Toiletten. Platydemus manokwari ist ein mobiler, opportunistischer Räuber, der bei der Wahl seiner Beute nicht selektiv ist. Die Art pflanzt sich sexuell fort. |
| Gefährdung der Biodiversität | Platydemus manokwari hat evtl. negative Auswirkungen auf heimische Landschnecken und Zersetzungsprozesse im Boden. |
| Negative ökonomische Auswirkungen | Mögliche negative ökonomische Auswirkungen betreffen die europäische Schneckenproduktion als Nahrungsmittel, insbesondere in Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland. |
| Negative humangesundheitliche Auswirkungen | Platydemus manokwari ist ein paratenischer Wirt für den Nematoden Angiostrongylus cantonensis, der Angiostrongylose verursacht. Frisches Gemüse kann eine Infektionsquelle für den Menschen darstellen. |
| Positive sozio-ökonomische Auswirkungen | Der Plattwurm wird in Samoa und Vanuatu zur biologischen Kontrolle gegen in der Landwirtschaft schädliche Schnecken eingesetzt. |
| Managementmaßnahmen | Prävention durch Kontrollen und phytosanitäre Maßnahmen bei importierten Pflanzenprodukten, zur Verhinderung der unabsichtlichen Einfuhr und Ausbringung in die freie Natur; Bewusstseinsbildung; regelmäßige Untersuchungen auf nicht-heimische Plattwürmer in Baumschulen, Gärtnereien und Botanischen Gärten; Frühwarnsysteme, um neue Vorkommen festzustellen und rasch Bekämpfungsmaßnahmen durchzuführen; Reinigen von Maschinen und Geräten vor dem Transport können die Ausbreitung unterbinden. Terrestrische Plattwürmer werden tagsüber durch Handsammeln in feuchten Mikrohabitaten entdeckt. Plattwürmer jagen nachts und können mit Hilfe einer Taschenlampe gefunden werden. Zu den Fangmethoden für Plattwürmer gehören das Auslegen von kleinen Brettern, Steinen oder Fliesen auf dem Boden, unter denen die Tiere am nächsten abgesammelt werden können. |
| Letzte Aktualisierung | Umweltbundesamt, Jänner 2026 |
Verbreitung in Österreich
Es sind keine Nachweise aus Österreich bekannt.
Bundesländer
| V | T | S | K | St | O | N | W | B |
| - | - | - | - | - | - | - | - | - |
Biogeographische Regionen
| Alpine Region | Kontinentale Region |
| - | - |
EU-Risikobewertung
Murchie, A.K. & Beckmann, B. (2022): Risk assessment Platydemus manokwari. Study on Invasive Alien Species – Development of risk assessments to tackle priority species and enhance prevention. European Commission. Link
Ausgewählte Quellen
Gerlach J. (2019) Predation by invasive Platydemus manokwari flatworms: a laboratory study. Biological Letters 54: 47-60.
Iwai N., Sugiura S. & Chiba S. (2010) Predation impacts of the invasive flatworm Platydemus manokwari on eggs and hatchlings of land snails. Journal of Molluscan Studies 76: 275-278.
Justine J.-L., Winsor L., Gey D., Gros P. & Thévenot J. (2014) The invasive New Guinea flatworm Platydemus manokwari in France, the first record for Europe: time for action is now. PeerJ 2: e297.
Ohbayashi T., Okochi I., Sato H., Ono T. & Chiba S. (2007) Rapid decline of endemic snails in the Ogasawara Islands, Western Pacific Ocean. Applied Entomology and Zoology 42: 479-485.