Obama nungara - Nungara-Plattwurm

Wissenschaftlicher NameObama nungara Carbayo, Álvarez-Presas, Jones & Riutort, 2016 
SystematikRhabditophora, Tricladida, Geoplanidae 
Weitere deutsche Namen 
Englische NamenNungara flatworm. Es besteht keine Verbindung zum ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama. Der Gattungsname Obama stammt aus der Tupi-Sprache und bedeutet „Blatt-Tier“. 
HerkunftSüdamerika (Argentinien, südliches Brasilien und Uruguay) 
Einschleppungswege und EinfuhrvektorenUnabsichtliche Einschleppung durch kontaminiertes Baumschulmaterial, lebende Pflanzen für Botanische Gärten, Zoos und Aquarien, Parks und Gärten.
ErkennungsmerkmaleDer Nungara-Plattwurm ist 50-80 mm lang und ca. 5 mm breit, hat eine variable Rückenfärbung (orange bis schwarz, aber meist braun) mit mehreren schwarzen Längsstreifen, die ein netzartiges Muster bilden, und eine beigefarbene Unterseite. Mehrere Augen erstrecken sich in einem seitlichen Band auf jeder Seite des Körpers, das ein Drittel der Körperbreite ausmacht. Die Eikokons sind glänzende, kugelförmige Kapseln, die bei der Eiablage rot sind und sich innerhalb weniger Tage dunkelbraun bis schwarz verfärben. Sie haben einen Durchmesser von ca. 5 mm. Die Jungtiere sind hell cremefarben mit einer feinen dunkelbraunen Zeichnung. 
Status in ÖsterreichFehlend (in der freien Natur)
Erstfund in Österreich2020 in einer Gärtnerei in Niederösterreich
Verbreitung in EuropaObama nungara gilt in Belgien, Frankreich, Italien, Portugal und Spanien als in der freien Natur etabliert. Meldungen liegen auch aus Deutschland, Irland, und den Niederlanden vor. 
Auswirkungen des KlimawandelsDie aktuellen klimatischen Bedingungen sind für eine potenziell weite Verbreitung in Europa geeignet. Im Klimawandel nimmt die Eignung weiterer Gebiete in Nord- und Osteuropa zu, im Mediterrangebiet hingegen ab. 
Biologie und ÖkologieObama nungara ist ein räuberischer Bodenbewohner. Wie andere terrestrische Plattwürmer ist er unter Holz, Steinen und Schutt auf der Bodenoberfläche zu finden. 
Gefährdung der BiodiversitätDie räuberische Art ernährt sich von Schnecken und Regenwürmern.  Bei hohen Abundanzen sind negative Auswirkungen auf die Bodenfauna nicht auszuschließen.
Negative ökonomische AuswirkungenMögliche negative ökonomische Auswirkungen betreffen die europäische Schneckenproduktion als Nahrungsmittel, insbesondere in Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland. Die Kontamination von Produkten im Gartenbau könnte negative Auswirkungen auf Gartenbaubetriebe haben. 
Negative humangesundheitliche AuswirkungenObama nungara könnte Nematoden und parasitäre Organismen übertragen. Es ist möglich, dass Plattwürmer die Wahrscheinlichkeit des Herzwurms bei Hunden (Angiostrongylus vasorum) erhöhen. 
Positive sozio-ökonomische AuswirkungenEs sind keine positiven sozio-ökonomischen Auswirkungen bekannt.  
Managementmaßnahmen

Prävention durch Kontrollen und phytosanitäre Maßnahmen bei importierten Pflanzenprodukten, zur Verhinderung der unabsichtlichen Einfuhr und Ausbringung in die freie Natur; Bewusstseinsbildung; regelmäßige Untersuchungen auf nicht-heimische Plattwürmer in Baumschulen, Gärtnereien und Botanischen Gärten; Frühwarnsysteme, um neue Vorkommen festzustellen und rasch Bekämpfungsmaßnahmen durchzuführen; Reinigen von Maschinen und Geräten vor dem Transport können die Ausbreitung unterbinden. 

Terrestrische Plattwürmer werden tagsüber durch Handsammeln in feuchten Mikrohabitaten entdeckt. Plattwürmer jagen nachts und können mit Hilfe einer Taschenlampe gefunden werden. Zu den Fangmethoden für Plattwürmer gehören das Auslegen von kleinen Brettern, Steinen oder Fliesen auf dem Boden, unter denen die Tiere am nächsten abgesammelt werden können.

Letzte AktualisierungUmweltbundesamt, Jänner 2026
 

Verbreitung in Österreich

Es sind keine Nachweise der Art in der freien Natur in Österreich bekannt. Sie wurde aber mehrfach in Gärtnereien in Niederösterreich festgestellt. 

Bundesländer

I = innerhalb von Gebäuden 

VTSKStONWB
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Biogeographische Regionen

Alpine RegionKontinentale Region
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Österreichkarte über die Verbreitung des Nungara-Plattwurms in Gärtnereien in Niederösterreich.
Verbreitung des Nungara-Plattwurms in Österreich. Vorkommen nicht freilebend, sondern in Gärtnereien (Nachweise bis 2025).

EU-Risikobewertung 

Murchie, A.K., Winsor, L., Justine, J.-L. & Beckmann, B. (2022) Risk assessment Obama nungara. Study on Invasive Alien Species – Development of risk assessments to tackle priority species and enhance prevention. European Commission. Link

Ausgewählte Quellen 

Carbayo, F., Álvarez‐Presas, M., Jones, H.D. & Riutort, M. (2016) The true identity of Obama (Platyhelminthes: Geoplanidae) flatworm spreading across Europe. Zoological Journal of the Linnean Society 177: 5-28.

Justine, J.-L., Winsor, L., Gey, D., Gros, P. & Thevenot, J. (2020) Obama chez moi! The invasion of metropolitan France by the land planarian Obama nungara (Platyhelminthes, Geoplanidae). PeerJ, 8, e8385.

Lago-Barcia, D., Fernández-Álvarez, F.Á., Brusa, F., Rojo, I., Damborenea, C., Negrete, L., Grande, C. & Noreña, C. (2019) Reconstructing routes of invasion of Obama nungara (Platyhelminthes: Tricladida) in the Iberian Peninsula. Biological Invasions 21: 289-302.

Soors J., Van den Neucker T., Halfmaerten D., Neyrinck S., De Baere M. (2019) On the presence of the invasive planarian Obama nungara (Carbayo, Álvarez-Presas, Jones & Riutort, 2016) (Platyhelminthes: Geoplanidae) in an urban area in Belgium. Belgian Journal of Zoology 149: 43-47. 

Greilhuber, M., Egger, B., Reitmeier, W. & Haring, E. (2025) First record of the introduced land planarian Obama nungara (Platyhelminthes: Geoplanidae) in Austria. BioInvasions Records 14: 819- 831. 

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Alien flatworm guidelines for plant nurseries