Neogale vison - Amerikanischer Mink
| Wissenschaftlicher Name | Neogale vison (Schreber, 1777) |
| Systematik | Mammalia, Carnivora, Mustelidae |
| Weitere deutsche Namen | Amerikanischer Nerz |
| Englische Namen | American mink |
| Herkunft | Die Art ist in Nordamerika heimisch: Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Alaska und Kanada über den größten Teil der Vereinigten Staaten, mit Ausnahme von den trockenen Teilen im Süden. |
| Einschleppungswege und Einfuhrvektoren | Viele Tiere sind aus Zuchtfarmen entkommen und haben sich in der Folge in Europa ausgebreitet. |
| Erkennungsmerkmale | Der Amerikanische Mink gehört zu den Marderartigen. Er ist rund 40 cm lang; der Körper ist gestreckt. Das dichte Fell ist braun bis dunkelbraun gefärbt. Der Kopf ist kaum vom Körper abgesetzt. Der Amerikanische Mink lässt sich anhand der Gesichtszeichnung gut von den heimischen Arten - Europäischer Nerz (Mustela lutreola), Europäischer Iltis (Mustela putorius) und Steppen-Iltis (Mustela eversmanii) - unterscheiden. Europäische Nerze haben einen weißen Rand um die Ober- und Unterlippe, während amerikanische Nerze nur eine weiße Unterlippe haben. Amerikanische Minke unterscheiden sich von europäischen Nerzen auch in der Schädelform und der Körpergröße. Im Vergleich haben europäische Nerze eine kürzere Gesichtsregion mit einer runderen Stirn und breiteren Augenhöhlen. |
| Status in Österreich | Etabliert |
| Erstfund in Österreich | In Österreich wurde der Amerikanische Mink erstmals in den 1980er Jahren in freier Wildbahn nachgewiesen. Ab den 1990er Jahren etablierten sich kleine Populationen nördlich der Donau in Niederösterreich, entlang der Donauniederung, südlich der Donau sowie in Wien und im Burgenland. |
| Verbreitung in Europa | Der Amerikanische Mink ist in Europa weit verbreitet, gilt in 18 EU-Mitgliedstaaten als etabliert und konnte in 23 EU-Mitgliedstaaten nachgewiesen werden. |
| Auswirkungen des Klimawandels | Es wird vermutet, dass der Klimawandel keine besonderen Auswirkungen auf die Etablierungswahrscheinlichkeit der Art hat. |
| Biologie und Ökologie | Der Amerikanische Mink ist eine äußerst widerstandsfähige, opportunistische Art, die sich rasch an unterschiedliche aquatische Lebensräume anpassen kann- Die Art besiedelt Flüsse, Bäche, Kanäle, Seen, Süß- und Salzwasserfeuchtgebiete oder Sümpfe, Küstengebiete und Inselgruppen. In Nordamerika kommt sie von Alaska (nördlich des Polarkreises) bis zu den Everglades in Florida vor. Der Amerikanische Nerz kommt auch in trockenen Lebensräumen vor, wenn reichlich Nahrung vorhanden ist, und gelegentlich in Vorstädten. Der Amerikanische Mink ist opportunistisch und kann fast überall geeignete Beutetiere (kleine Säugetiere, Amphibien, Fische, Krebse und Vögel) finden. |
| Gefährdung der Biodiversität | Der konkurrenzstarke Amerikanische Mink steht in direkter Konkurrenz zum Europäischen Nerz und kann zu Bestandseinbrüchen bei kleineren Säugetieren, Fischen, Flusskrebsen, Amphibien und bodenbrütenden Vögeln führen. Der Mink überträgt verschiedene Pathogene, wie das Hundestaupevirus (CDV), das Aleutian-Mink-Disease-Virus (AMDV) und Vogelgrippeviren. |
| Negative ökonomische Auswirkungen | Negative Auswirkungen auf die Geflügelhaltung und Fischzuchten sind aus anderen Regionen bekannt. |
| Negative humangesundheitliche Auswirkungen | Die Art kann als Reservoir für unterschiedliche Krankheitserreger, z. B. Leptospira, Toxoplasma, Leishmania, Salmonella, Influenzaviren (z.B. Vogelgrippe A(H5N1) und SARS-CoV-2) dienen. |
| Positive sozio-ökonomische Auswirkungen | Wegen seines dichten Fells wird der Amerikanische Mink in Zuchtfarmen für die Pelzindustrie gezüchtet. |
| Managementmaßnahmen | Monitoring und Überwachung der Verbreitung und der Auswirkungen; Öffentlichkeitsarbeit und Citizen Science-Daten zur Früherkennung von neuen Vorkommen; Integrierte Managementansätze mit Fallen und Abschuss zur Populationskontrolle. |
| Letzte Aktualisierung | Umweltbundesamt, Jänner 2026 |
Verbreitung in Österreich
In Österreich in Ausbreitung begriffen.
Bundesländer
E = Etabliert
| V | T | S | K | St | O | N | W | B |
| - | - | - | - | E? | E? | E | E | E |
Biogeographische Regionen
| Alpine Region | Kontinentale Region |
| - | E |
EU-Risikobewertung
Harrington, L.A., Adriaens, T., Rabitsch, W., Rorke, S., Maran, T. & Podra, M. (2024): Risk assessment Neogale vison. Study on Invasive Alien Species – Development of risk assessments to tackle priority species and enhance prevention. European Commission. Link
Ausgewählte Quellen
Aguiló-Gisbert, J., Padilla-Blanco, M., Lizana, V., Maiques, E., Muñoz-Baquero, M., Chillida-Martínez, E., Cardells, J. & Rubio-Guerri, C. (2021) First description of SARS- CoV-2 infection in two feral American mink (Neovison vison) caught in the wild. Animals 11: 1422.
Banks, P.B, Nordström, M., Ahola, M., Salo, P., Fey, K. & Korpimäki, E. (2008) Impacts of alien mink predation on island vertebrate communities of the Baltic Sea archipelago: review of a long-term experimental study. Boreal Environment Research 13: 3-16.
Barrientos, R. (2015) Adult sex-ratio distortion in the native European polecat is related to the expansion of the invasive American mink. Biological Conservation 186: 28-34.
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Fischer, D., Pavluvčík, P., Sedláček, F. & Šálek, M. (2009) Predation of the alien American mink, Mustela vison on native crayfish in middle-sized streams in central and western Bohemia. Folia Zool. 58: 45-56.
Vada, R., Illanas, S., Acevedo, P., et al. (2023) Feral American mink Neogale vison continues to expand its European range: time to harmonise population monitoring and coordinate control. Mammal Review 53: 158-176.
