Mulinia lateralis - Amerikanische Trogmuschel

Wissenschaftlicher NameMulinia lateralis (Say, 1822)
SystematikMollusca, Bivalvia, Venerida, Mactridae
Weitere deutsche NamenZwergbrandungsmuschel
Englische NamenDwarf surf clam
HerkunftWestatlantik (gemäßigter Nordwestatlantik bis zum tropischen Westatlantik)
Einschleppungswege und EinfuhrvektorenWahrscheinlich mit Ballastwasser in die EU eingeschleppt.
ErkennungsmerkmaleDie Außenseite der Schalen besitzt eine radiale Rippe; der vordere Kardinalzahn verläuft parallel zum Rand der Schale; die Seitenzähne sind nicht gezackt. Die Schalen sind außen cremefarben bis weiß, mit einem dünnen gelblich-orangenen Periostracum; das Innere der Schalen ist strahlend weiß. Die Körpergröße beträgt 15 bis 21 cm. 
Status in ÖsterreichFehlend 
Erstfund in Österreich-
Verbreitung in EuropaFür Mulinia lateralis gibt es etablierte Nachweise in Europa in Belgien, Deutschland und den Niederlanden. 
Auswirkungen des KlimawandelsMulinia lateralis kann durch den Klimawandel profitieren. Eine verstärkte Reproduktion und Ausbreitung ist bei fortschreitender Erwärmung von marinen Ökosystemen wahrscheinlich. 
Biologie und ÖkologieEine opportunistische Art mit breitet ökologischer Amplitude hinsichtlich Temperatur und Salinität. Sie lebt bevorzugt in flachen Ästuaren und Lagunen über weichem Untergrund und kann die Artengemeinschaften dominieren. Sie hat ein hohes Reproduktionspotenzial (ein Weibchen produziert 3-4 Millionen Eier), eine kurze Generationsdauer und frühe Geschlechtsreife sowie eine kurze Lebensdauer von zwei Jahren. Es können Populationen von bis zu 6000 Tieren pro Quadratmeter ausgebildet werden. 
Gefährdung der BiodiversitätDie Populationsdynamik und das schnelle Populationswachstum, die hohe Konkurrenzkraft sowie Auswirkungen ähnlicher invasiver Muschelarten deuten darauf hin, dass M. lateralis negative Auswirkungen auf die Biodiversität haben kann. Sie ist in der Lage dichte Bestände in relativ kurzer Zeit auszubilden und konkurriert so um Platz und Nahrung mit einheimischen Muscheln. 
Negative ökonomische AuswirkungenNegative Auswirkungen auf kommerzielle Muschel- und Fischproduktion ist nicht auszuschließen. 
Negative humangesundheitliche AuswirkungenEs sind keine negativen humangesundheitliche Auswirkungen bekannt. 
Positive sozio-ökonomische AuswirkungenMulinia lateralis wird, aufgrund der kurzen Generationszeit, der einfachen Kultur und Pflege sowie der geringen Größe in der Wissenschaft als potenzielle Modellart für genetische und transgene Studien sowie für Studien zur Entwicklung von Muscheln angesehen. 
ManagementmaßnahmenPrävention ist entscheidend, da M. lateralis in natürlichen Lebensräumen nur schwer auszurotten ist; primäre Einschleppungswege wie durch Ballastwasser, Baggergeräte oder Muscheltransporte müssen kontrolliert werden; Umsetzung des Ballastwasser-Übereinkommens (IMO D2-Standard) könnte die Einschleppung verringern; Früherkennung in Risikogebieten durch Überwachung mittels Umwelt-DNA; Öffentlichkeitsarbeit und strengere Branchenpraktiken einschließlich der Quarantäne oder Vernichtung kontaminierter Schalentiere, um die Ausbreitung der Art zu begrenzen und potenzielle Parasitenrisiken zu minimieren.  
Letzte AktualisierungUmweltbundesamt, Jänner 2026
 

Verbreitung in Österreich

Es sind keine Nachweise aus Österreich bekannt. 

Bundesländer

VTSKStONWB
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Biogeographische Regionen

Alpine RegionKontinentale Region
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EU-Risikobewertung

Wood, C. A., Galanidi, M. & Beckmann, B. (2022): Risk assessment Mulinia lateralis. Study on Invasive Alien Species – Development of risk assessments to tackle priority species and enhance prevention. European Commission. Link

Ausgewählte Quellen 

Craeymeersch, J.A., Faasse, M.A., Gheerardyn, H., et al. (2019) First records of the dwarf surf clam Mulinia lateralis (Say, 1822) in Europe. Marine Biodiversity Records 12: 1-11.

Klunder, L., Lavaleye, M., Schaars, L. K., et al. (2019) Distribution of the dwarf surf clam Mulinia lateralis (Say, 1822) in the Wadden Sea after first introduction. BioInvasions Record 8: 818-827. 

Links 

VLIZ (Vlaams Instituut voor de Zee