Misgurnus anguillicaudatus - Ostasiatischer Schlammpeitzger

Wissenschaftlicher NameMisgurnus anguillicaudatus (Cantor, 1842)
SystematikChordata, Actinopterygii, Cypriniformes, Cobitidae
Weitere deutsche Namen 
Englische NamenOriental weatherfish, Japanese weatherfish
HerkunftOst-Asien (Kambodscha, China, Indien, Japan, Korea, Laos, Taiwan, Thailand, Vietnam, Teile Sibiriens) 
Einschleppungswege und EinfuhrvektorenEntkommen aus Aquarienhaltungen (absichtlich oder unabsichtlich), Nahrungsmittel oder Lebendköder. 
ErkennungsmerkmaleLanger, aalartiger Körper, braun bis gelb gefärbt und mit einer grünlichen, graubraunen bis schwarzen Marmorierung versehen. Die für den heimischen Schlammpeitzger M. fossilis charakteristischen Längsstreifen fehlen. Die Bauchseite ist heller. Der Körper ist seitlich eingedrückt und ca. 15 cm, bis maximal 30 cm, lang. Die Art besitzt ein schmales kleines Maul mit 10 Barteln (4 davon kleiner als die anderen), die sich unterhalb der Unterlippe befinden. Die Lippen sind dick und fleischig, die Brustflossen dreieckig und mit einem kräftigen Stachel ausgestattet. Oberhalb der Beckenflosse entspringt die Rückenflosse, welche einfach und kurz gestreckt ist. Zudem besitzt er einen charakteristischen dunklen Fleck an der oberen Hälfte der Schwanzflossenbasis. 
Status in ÖsterreichFehlend 
Erstfund in Österreich
Verbreitung in EuropaBisher wurde diese Art in Deutschland, Italien, den Niederlanden(?) und Spanien dokumentiert; manche der Meldungen könnten sich aber auch auf die ähnliche Art M. bipartitus oder andere Arten beziehen. 
Auswirkungen des KlimawandelsDer Klimawandel wird die Etablierung der Art in weiten Teilen Europas, und auch in Österreich, begünstigen. 
Biologie und ÖkologieDie Art besiedelt langsam fließende oder stehende Gewässer, bevorzugt mit schlammigem Untergrund, in dem sie sich vergraben können. Sie können über ein spezielles Organ Sauerstoff aus der Luft atmen und so in sauerstoffarmen Gewässern bzw. in Trockenperioden überleben. Die nachtaktiven Tiere fressen am Boden lebende Wirbellose, Pflanzen und Algen. Weibchen legen mehrere Tausend Eier, die Jungfische werden nach 1-2 Jahren geschlechtsreif. Auch ungeschlechtliche Fortpflanzung ist nachgewiesen. 
Gefährdung der BiodiversitätKonkurrenz um Ressourcen mit dem heimischen Misgurnus fossilis. Auch die Übertragung von Fischparasiten (Gyrodactylus spp., Acanthocephalus spp.) auf heimische Arten ist möglich. 
Negative ökonomische AuswirkungenEs sind keine negativen ökonomischen Auswirkungen bekannt.  
Negative humangesundheitliche AuswirkungenEs sind keine negativen humangesundheitlichen Auswirkungen bekannt. 
Positive sozio-ökonomische AuswirkungenMisgurnus anguillicaudatus wird als Zierfisch für Aquarien, als Nahrungsressource und als Lebendköder in anderen Teilen der Welt gehandelt. In China wird er auch in der traditionellen Medizin verwendet. 
ManagementmaßnahmenÖffentlichkeitsarbeit in der Berufs- und Angelfischerei, Gewässerbewirtschaftung, Aquakultur und Aquaristik. Früherkennung durch den Einsatz von eDNA, Citizen Science und konventioneller Nachweismethoden sowie rasche bzw. regelmäßige Entnahme der Art im Beifang fischökologischer oder fischereiwirtschaftlicher Aktivitäten sowie verpflichtende Entnahme im Zuge der Ausübung der Angelfischerei. In kleineren Gewässern sind nach Prüfung der lokalen Begebenheiten mechanische Bekämpfungsmaßnahmen möglicherweise sinnvoll. 
Letzte AktualisierungUmweltbundesamt, Jänner 2026
 

Verbreitung in Österreich

Es sind keine Nachweise aus Österreich bekannt. 

Bundesländer

VTSKStONWB
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Biogeographische Regionen

Alpine RegionKontinentale Region
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EU-Risikobewertung

Verreycken, H. (2023): Risk assessment Misgurnus anguillicaudatus. Study on Invasive Alien Species – Development of risk assessments to tackle priority species and enhance prevention. European Commission. Link 

Ausgewählte Quellen 

Freyhof, J. & Korte, E. (2005) The first record of Misgurnus anguillicaudatus in Germany. Journal of Fish Biology 66: 568-571. 

van Kessel, N., Dorenbosch, M., Crombaghs, B., Niemeijer, B. & Binnendijk, E. (2013) First record of Asian weather loach Misgurnus anguillicaudatus (Cantor, 1842) in the River Meuse basin. BioInvasions Records 2: 167-171. 

Wanzenböck, J., Hopfinger, M., Wanzenböck, S., Fuxjäger, L., Rund, H. & Lamatsch, D.K. (2021) First successful hybridization experiment between native European weatherfish (Misgurnus fossilis) and non-native Oriental weatherfish (M. anguillicaudatus) reveals no evidence for postzygotic barriers. NeoBiota 69: 29-50.