Marisa cornuaretis - Paradiesschnecke
| Wissenschaftlicher Name | Marisa cornuaretis (Linnaeus, 1758) |
| Systematik | Mollusca, Gastropoda, Architaenioglossa, Ampullariidae |
| Weitere deutsche Namen | Brasilianische Streifenschnecke |
| Englische Namen | Giant Ramshorn snail, golden horn marisa |
| Herkunft | Von nördlichen Teilen Südamerikas (Brasilien, Bolivien, Venezuela, Kolumbien) bis Zentralamerika (Panama, Costa Rica). |
| Einschleppungswege und Einfuhrvektoren | Die Art war (bzw. ist) im Aquarienhandel verfügbar und wurde unabsichtlich mit Aquarienpflanzen eingeschleppt und in die freie Natur ausgebracht. |
| Erkennungsmerkmale | Die 18-22 mm hohe Schale ist rechtsgewunden und misst 48-56 mm im Durchmesser. Sie ist leicht glänzend, wobei die Wachstumslinien besonders deutlich in der Nähe der Öffnung zu sehen sind. |
| Status in Österreich | Fehlend |
| Erstfund in Österreich | - |
| Verbreitung in Europa | Die Art ist in Europa in Ungarn und im Norden Spaniens etabliert. |
| Auswirkungen des Klimawandels | Marisa cornuarietis könnte sich als Folge steigender Wintertemperaturen in vielen EU-Mitgliedsstaaten etablieren. Ein besonders hohes Potenzial besteht für Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Irland, Luxemburg, Niederlande, Tschechien, Schweden, und Österreich. |
| Biologie und Ökologie | Die Paradiesschnecke hat eine hohe Reproduktionsleistung sowie die Fähigkeit, dichte Populationen zu bilden. Sie ist ein konkurrenzstarker Allesfresser, der sich u.a. von Eiern und Jungtieren anderer Schneckenarten sowie von Wasserpflanzen ernährt. |
| Gefährdung der Biodiversität | Bei einer hohen Schneckendichte, kann es durch direkte Konkurrenz, Herbivorie und Prädation zu einer verringerten Makrophyten- und Schneckenabundanz und -diversität und zu einer Verdrängung von Arten kommen. Marisa cornuarietis übt indirekt Einfluss auf die Nährstoffbilanz von Gewässern aus, erhöht die Gewässertrübung und beeinflusst so die trophische Struktur im Ökosystem. |
| Negative ökonomische Auswirkungen | Es liegen keine Informationen zu möglichen ökonomischen Kosten vor. Schäden in der Landwirtschaft sind nicht auszuschließen. |
| Negative humangesundheitliche Auswirkungen | Es sind keine negativen humangesundheitlichen Auswirkungen bekannt. |
| Positive sozio-ökonomische Auswirkungen | Die Art wird in manchen Regionen zur biologischen Kontrolle gegen Schnecken und Makrophyten eingesetzt. Die Art war im Aquarienhandel verfügbar. |
| Managementmaßnahmen | Prävention durch Importkontrollen von Aquarienpflanzen und Aquarientieren. Öffentlichkeitsarbeit zur Verhinderung der absichtlichen und unabsichtlichen Ausbringung der Art in die freie Natur. Früherkennung und sofortige Beseitigung bei lokalen Vorkommen kontextabhängig möglich; die mechanische Bekämpfung größerer Vorkommen ist sehr schwierig. |
| Letzte Aktualisierung | Umweltbundesamt, Jänner 2026 |
Verbreitung in Österreich
Es sind keine Nachweise aus Österreich bekannt.
Bundesländer
| V | T | S | K | St | O | N | W | B |
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Biogeographische Regionen
| Alpine Region | Kontinentale Region |
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EU-Risikobewertung
Lucy, F. (2022): Risk assessment Marisa cornuarietis. Study on Invasive Alien Species – Development of risk assessments to tackle priority species and enhance prevention. European Commission. Link
Ausgewählte Quellen
Arias, A. & Torralba-Burrial, A. (2014) First European record of the giant ramshorn snail Marisa cornuarietis (Linnaeus, 1758) (Gastropoda: Ampullariidae) from northern Spain. Limnetica 33: 65-72.
Brown, M.-D., Lindo, J. & Robinson, R. (2022) Marisa cornuarietis (Linnaeus, 1758) (Gastropoda: Ampullariidae): a new addition to the freshwater malacofauna of Jamaica with health and economic implications. BioInvasions Records 11: 440-448.
Frisóczki, B., Horotán, V. & Katalin Varga, J. (2016) A new alien snail species from the Eger stream, Hungary (Mollusca, Ampullariidae). Opuscola Zoologica 47: 197-201