Faxonius immunis - Kalikokrebs

Wissenschaftlicher NameFaxonius immunis (Hagen, 1870)
SystematikMalacostraca, Decapoda, Cambaridae
Weitere deutsche Namen 
Englische NamenCalico crayfish, papershell crayfish, mud crayfish
HerkunftNordamerika (vom Süden Quebecs und New England westwärts bis Wyoming und den Osten Colorados und Nordwesten Tennessees) 
Einschleppungswege und EinfuhrvektorenEntkommen aus Gefangenschaft aus Aquarien, als Lebendköder oder als Nahrungsmittel 
ErkennungsmerkmaleDer Kalikokrebs ist dem Kamberkrebs ähnlich und wird selten größer als 10 cm. Die Spitzen der Scheren sind rötlich gefärbt, tragen jedoch keine dunkle Binde. An der Innenseite der Scheren und am ersten Laufbeinpaar sind Haarbüschel. Am beweglichen Scherenfinger befindet sich ein Dorn mit einer Einkerbung. Die Färbung ist hellbraun, selten bläulich oder rötlich, die Unterseite ist heller. 
Status in ÖsterreichFehlend 
Erstfund in Österreich-
Verbreitung in EuropaIn Deutschland und Frankreich gibt es etablierte Populationen im oberen Rheingebiet. Aus den anderen EU-Ländern wurden noch keine Nachweise gemeldet. 
Auswirkungen des KlimawandelsBei Erwärmung der Gewässer ist eine schnellere und vermehrte Reproduktion sowie die Ausdehnung des Verbreitungsgebiets wahrscheinlich.
Biologie und ÖkologieDer Kalikokrebs lebt in Teichen, Gräben und Kanälen sowie stagnierenden Fließgewässerabschnitten, bevorzugt mit weichem, schlammigem Untergrund. Ein Weibchen legt bis zu 500 Eier, die Jungtiere werden noch im selben Jahr geschlechtsreif. Die Lebensdauer ist mit rund 2,5 Jahren kurz. Der Kalikokrebs ernährt sich omnivor von Detritus, Makrophyten und Makroinvertebraten. Die Ausbreitung kann auch über Land erfolgen. 
Gefährdung der BiodiversitätDie Art überträgt die Krebspest. Studien zeigen einen Rückgang der heimischen Makroinvertebraten, insbesondere Libellenlarven. Die Grabtätigkeit verringert zudem die Sonneneinstrahlung und den Sauerstoffgehalt in Stillgewässern. 
Negative ökonomische AuswirkungenEs sind keine negativen ökonomischen Auswirkungen bekannt.
Negative humangesundheitliche AuswirkungenEs sind keine negativen humangesundheitlichen Auswirkungen bekannt. 
Positive sozio-ökonomische AuswirkungenDie Art wird in Nordamerika als Fischköder verwendet; sie wurde im Aquarienhandel angeboten. 
ManagementmaßnahmenPrävention durch Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung zur Verhinderung der vorsätzlichen und nicht vorsätzlichen Ausbringung in die freie Natur; Citizen Science Programme und Überwachungsmaßnahmen (z.B. regelmäßiges Monitoring und Umwelt-DNA), um neue Vorkommen frühzeitig festzustellen und Bekämpfungsmaßnahmen durchzuführen; Intensiver Fallenfang und das händische Einsammeln der Tiere können bei geringen Beständen effektiv sein. Je später ein Vorkommen entdeckt wird, desto geringer sind die Erfolgsaussichten einer vollständigen Beseitigung. 
Letzte AktualisierungUmweltbundesamt, Jänner 2026
 

Verbreitung in Österreich

Es sind keine Nachweise aus Österreich bekannt. 

Bundesländer

VTSKStONWB
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Biogeographische Regionen

Alpine RegionKontinentale Region
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EU-Risikobewertung

Tricarico, E. & Lucy, F. (2022): Risk assessment Faxonius immunis. Study on Invasive Alien Species – Development of risk assessments to tackle priority species and enhance prevention. European Commission. Link

Ausgewählte Quellen 

Chucholl, C. (2012) Understanding invasion success: life-history traits and feeding habits of the alien crayfish Orconectes immunis (Decapoda, Astacida, Cambaridae). Knowledge and Management of Aquatic Ecosystems 404: 04. 

Gelmar, C., Pätzold, F., Grabow, K. & Martens, A. (2006) Der Kalikokrebs Orconectes immunis am nördlichen Oberrhein: ein neuer amerikanischer Flusskrebs breitet sich rasch in Mitteleuropa aus (Crustacea: Cambaridae). Lauterbornia 56: 15-25. 

Herrmann, A., Grabow, K. & Martens, A. (2022) The invasive crayfish Faxonius immunis causes the collapse of macroinvertebrate communities in Central European ponds. Aquat Ecol. 56, 741-750. 

Ott, J. (2016) Der Kalikokrebs (Orconectes immunis) (Hagen, 1870) - eine gravierende Bedrohung für FFH-Libellenund Amphibien-Arten in der Rheinaue (Crustacea: Decapoda: Cambaridae). Fauna Flora Rheinland-Pfalz 13: 495-504. 

Links 

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