Cipangopaludina chinensis - Chinesische Geheimnisschnecke
| Wissenschaftlicher Name | Cipangopaludina chinensis (Gray, 1833) |
| Systematik | Mollusca, Gastropoda, Architaenioglossa, Viviparidae |
| Weitere deutsche Namen | |
| Englische Namen | Chinese mystery snail |
| Herkunft | Asien (von Südost Asien bis Japan und dem Osten Russlands) |
| Einschleppungswege und Einfuhrvektoren | Absichtliche und unabsichtliche Freilassung aus Aquarienhaltung, Verwendung als Futtermittel. Unabsichtliche Einschleppung durch Transport kontaminierter Pflanzen oder kontaminierter Angelausrüstung sowie im Ballastwasser von Schiffen. |
| Erkennungsmerkmale | Ausgewachsene Muscheln sind bis zu 70 mm hoch und 51 mm breit, mit einer einheitlichen Färbung von hell- bis dunkelbraunem olivgrün. Das Gehäuse hat bis zu sieben konvexe Wirbel mit einer deutlichen Naht. |
| Status in Österreich | Fehlend |
| Erstfund in Österreich | - |
| Verbreitung in Europa | Nachweise sind aus Belgien, Deutschland, den Niederlanden und Spanien bekannt. Etabliert hat sich die Art bisher in Belgien und in den Niederlanden. |
| Auswirkungen des Klimawandels | Durch den Klimawandel wird prognostiziert, dass sich die Chinesische Geheimnisschnecke in Europa in nahezu allen Mitgliedsstaaten etablieren könnte. |
| Biologie und Ökologie | Die Art lebt in Still- und langsam fließenden Fließgewässern, bevorzugt mit schlammigem Untergrund. Sie ist lebendgebärend, Weibchen produzieren zwischen rund 30 und 100 Jungtiere pro Jahr, die in ihrem ersten Lebensjahr geschlechtsreif werden. Die Tiere werden bis zu fünf Jahre alt. Cipangopaludina chinensis ist fakultativ detritivor und ernährt sich von Diatomeen und Periphyton (Aufwuchsgemeinschaften). |
| Gefährdung der Biodiversität | Die Anwesenheit wirkt sich negativ auf das Nahrungsverhalten, die Wachstumsraten und Populationsdynamiken heimischer Arten aus. Durch die Größe und Dicke des Gehäuses von C. chinensis können heimische Schneckenarten mit dünneren Gehäusen zu einer leichteren Beute von Prädatoren werden. |
| Negative ökonomische Auswirkungen | Kosten für die Reinigung von Wasserrohren, z. B. für Bewässerungen, und Schäden an Netzen in der Fischerei sind möglich. |
| Negative humangesundheitliche Auswirkungen | Cipangopaludina chinensis ist ein Wirt des Trematoden Echinostoma gotoi, welcher bei Verzehr Krankheiten hervorrufen kann. Es gibt derzeit allerdings keine Hinweise, dass die Art in der EU zum Verzehr verkauft wird. |
| Positive sozio-ökonomische Auswirkungen | Die Art wird in Aquarien zur Freihaltung von Algen eingesetzt. In ihrer Herkunftsregion wird sie auch als Futter für Fischkulturen und in der Viehzucht (Hühnerfutter) eingesetzt. |
| Managementmaßnahmen | Prävention durch Bewusstseinsbildung & Öffentlichkeitsarbeit im Aquarienhandel zur Verhinderung der absichtlichen und unabsichtlichen Freisetzung in die freie Natur; Frühwarnsysteme, um eine frühestmögliche Bekämpfung von Vorkommen durchführen zu können; eine erfolgreiche Ausrottung ist nur auf kleinem Raum und in geschlossenen Wassersystemen wie Teiche und Seen möglich; hat sich die Art einmal etabliert und stark ausgebreitet, ist eine erfolgreiche Eindämmung und Ausrottung sehr schwierig und aufwändig. |
| Letzte Aktualisierung | Umweltbundesamt, Jänner 2026 |
Verbreitung in Österreich
Es sind keine Nachweise aus Österreich bekannt.
| V | T | S | K | St | O | N | W | B |
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Biogeographische Regionen
| Alpine Region | Kontinentale Region |
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EU-Risikobewertung
Lucy, F. & Davis, E. (2023): Risk assessment Cipangopaludina chinensis. Study on Invasive Alien Species – Development of risk assessments to tackle priority species and enhance prevention. European Commission. Link
Ausgewählte Quellen
Kingsbury, S.E., McAlpine, D.F., Cheng, Y., Parker, E. & Campbell, L.M. (2021) A review of the non-indigenous Chinese mystery snail, Cipangopaludina chinensis (Viviparidae), in North America, with emphasis on occurrence in Canada and the potential impact on indigenous aquatic species. Environmental Reviews 29: 182-200.