Cervus nippon - Sikahirsch

Wissenschaftlicher NameCervus nippon Temminck, 1838
SystematikMammalia, Artiodactyla, Cervidae 
Weitere deutsche Namen 
Englische NamenSika deer, Japanese deer 
HerkunftJapan, Taiwan und Ost Asien (vom Osten Russlands bis China)
Einschleppungswege und EinfuhrvektorenEinfuhr aus Jagdgründen, für die Gatterhaltung, für Zoos und Tiergärten. Absichtliche Aussetzungen und unabsichtliches Entkommen aus Haltungen.  
ErkennungsmerkmaleMännliche Sikahirsche erreichen eine Schulterhöhe von 65-115 cm, weibliche Tiere von 60-95 cm. Das Gewicht liegt zwischen 30-140 kg (Männchen) und 20-90 kg (Weibchen). Das Fell kann, je nach Unterart, im Sommer von kastanienbraun bis gelb, im Winter von grau bis fast schwarz variieren. Ebenso können die weißen Flecken das ganze Jahr oder nur im Sommer ausgebildet sein. Charakteristisch sind der weiße Schwanzfleck und eine schwarze Umrandung auf der Oberseite sowie dunkle Linien über den Augen. Der Kopf hat eine kurze, gedrungene Schnauze. 
Status in ÖsterreichEtabliert 
Erstfund in Österreich1907
Verbreitung in EuropaDie Art ist in Österreich sowie in Dänemark, Frankreich, Deutschland, Ungarn, den Niederlanden, Litauen, Polen und Tschechien etabliert. 
Auswirkungen des KlimawandelsUnter klimatischen Änderungen wird keine große Änderung der potenziellen geeigneten Fläche des Sikahirsches vorausgesagt. Jedoch haben in Zukunft alle EU-Mitgliedsstaaten, ausgenommen Zypern, zumindest einen gewissen Anteil an potenziell geeigneter Fläche, die klimatisch für den Sikahirsch geeignet wäre. 
Biologie und ÖkologieSikawild lebt in Wäldern mit ausreichend Unterwuchs. Die anpassungsfähige Art ernährt sich von Gräsern, Sträuchern, Rinde, Knospen und Früchten, auch in landwirtschaftlichen Flächen. Weibchen haben ein Junges, das nach rund 1,5 Jahren geschlechtsreif wird, die Lebensdauer beträgt rund 15 Jahre. 
Gefährdung der BiodiversitätEs besteht die Gefahr der Konkurrenz und Hybridisierung mit einheimischen Hirscharten. Das Fressverhalten des Sikawildes kann bei hohen Beständen negative Folgen auf die Bodenvegetation und auf die Lebensräume haben. Die Übertragung von Parasiten, z.B. asiatische Helminthen, auf heimische Arten, ist nicht auszuschließen. 
Negative ökonomische AuswirkungenIm Herkunftsgebiet gilt diese Art als Schädling in der Land- und Forstwirtschaft. 
Negative humangesundheitliche AuswirkungenSikahirsche können als Vektoren für Pathogene dienen. Da es sich hier um eine recht große Wildtierart handelt, können Kollisionen mit Fahrzeugen größere Schäden verursachen. 
Positive sozio-ökonomische AuswirkungenJagd- und Gatterwild zur Fleischproduktion. 
ManagementmaßnahmenPrävention durch Öffentlichkeitsarbeit/Bewusstseinsbildung zur Verhinderung der nicht vorsätzlichen Ausbringung in die freie Natur; Frühwarnsystem, um neue Vorkommen festzustellen und frühzeitig Bekämpfungsmaßnahmen durchzuführen; Bejagung zur Bestandskontrolle. 
Letzte AktualisierungUmweltbundesamt, Jänner 2026 
 

Verbreitung in Österreich

Es bestehen etablierte Vorkommen in Nieder- und Oberösterreich. Vorkommen in der Steiermark wurden beseitigt. 

Bundesländer

E = etabliert, Ex = Erloschen 

VTSKStONWB
----ExEE--
 

Biogeographische Regionen

Alpine RegionKontinentale Region
-E
 
Österreichkarte zeigt die Verbreitung des Sikahirsches in Österreich.
Verbreitung des Sikahirsches in Österreich (Nachweise bis 2025).

EU-Risikobewertung

Scalera, R., Adriaens, T., D’hondt, B., Robertson, P. & Beckmann, B. (2022): Risk assessment Cervus nippon. Study on Invasive Alien Species – Development of risk assessments to tackle priority species and enhance prevention. European Commission. Link

Ausgewählte Literatur 

Macháček, Z., Dvořák, S., Ježek, M. & Zahradník, D. (2014) Impact of interspecific relations between native red deer (Cervus elaphus) and introduced sika deer (Cervus nippon) on their rutting season in the Doupovské hory Mts. Journal of Forest Science 60: 272-280. 

McDevitt, A.D., Edwards, C.J., O’Toole, P., O’Sullivan, P., O’Reilly, C. & Carden, R.F. (2009) Genetic structure of, and hybridisation between, red (Cervus elaphus) and sika (Cervus nippon) deer in Ireland. Mammal Biology 74: 263-273. 

Pitra, C. & Lutz, W. (2005) Population genetic structure and the effect of founder events on the genetic variability of introduced sika deer, Cervus nippon, in Germany and Austria. European Journal of Wildlife Research 51: 95-100. 

Rehbein, S., Lindner, T., Visser, M., Lutz, W. & Reindl, H. (2022) Distribution, prevalence, and intensity of Sarcocystis infections in sika deer (Cervus nippon) of free-ranging populations in Germany and Austria. Parasitology Research ##. 

Smith, S.L., Carden, R.F., Coad, B., Birkitt, T. & Pemberton, J.M. (2014) A survey of the hybridisation status of Cervus deer species on the island of Ireland. Conservation Genetics 15: 823-835. 

Tsukada, H., Kida, T., Kitagawa, M., Suyama, T. & Shimizu, N. (2013) Simple quantitative method for estimation of herbage damage caused by sika deer (Cervus nippon). Grassland Science 59: 146-155. 

Links

Zootier-Lexikon