Brachyponera chinensis - Asiatische Nadelameise
| Wissenschaftlicher Name | Brachyponera chinensis (Emery, 1895) |
| Systematik | Insecta, Hymenoptera, Formicidae, Ponerinae |
| Weitere deutsche Namen | |
| Englische Namen | Asian needle ant, Giant needle ant |
| Herkunft | Ost Asien (Japan, China, Thailand, Vietnam, Süd-Korea, Nord-Korea, Taiwan und Nepal) |
| Einschleppungswege und Einfuhrvektoren | Die Art gilt als eine typische Tramp-Ameise, die eng mit dem Menschen zusammenlebt. Mögliche Einführungswege sind die unbeabsichtigte Einschleppung mit Fahrzeugen, Containern, Baumschulmaterial und anderen Gartenbaumaterialien, der Transport von Erde, Pflanzenmaterial oder Holz und der Haustierhandel. |
| Erkennungsmerkmale | Die Körpergröße der Arbeiterinnen beträgt rund 4,5-5,0 mm, sie sind dunkel braun-schwarz gefärbt und besitzen auffallend große Komplexaugen. |
| Status in Österreich | Fehlend. |
| Erstfund in Österreich | - |
| Verbreitung in Europa | Die Art ist seit 2022 aus Italien bekannt, wo sie als etabliert gilt. Im Herbst 2025 wurde die Art in Stuttgart (Zoo Wilhelma, Rosensteinpark) festgestellt. |
| Auswirkungen des Klimawandels | Die Asiatische Nadelameise könnte sich aufgrund klimatischer Veränderungen in vielen EU-Staaten etablieren, vor allem im Mittelmeergebiet, aber auch in Österreich. |
| Biologie und Ökologie | Brachyponera chinensis bildet Nester in gestörten und natürlichen Waldgebieten. In der Regel nistet diese Ameisenart in leicht feuchten Bereichen, unter Steinen, in verrottenden Baumstämmen und -stümpfen. In urbanen Gebieten findet man sie auch unter Mulch, Eisenbahnschwellen oder Ziegeln. Die Art ernährt sich bevorzugt von Termiten, es gibt keine Hinweise, dass Nektar oder Honigtau von Hemipteren verzehrt wird. |
| Gefährdung der Biodiversität | Die Abundanz heimischer Ameisenarten wird reduziert, besonders myrmecochore Arten der Gattung Aphaenogaster. |
| Negative ökonomische Auswirkungen | Es sind keine negativen ökonomischen Auswirkungen bekannt. |
| Negative humangesundheitliche Auswirkungen | Die Asiatische Nadelameise kann schmerzhaft stechen. Der Stich kann zu einem anaphylaktischen Schock führen. Die Art lebt in urbanen Gebieten, wo das Zusammentreffen mit Menschen wahrscheinlich ist. |
| Positive sozio-ökonomische Auswirkungen | Es sind keine positiven sozio-ökonomischen Auswirkungen bekannt. |
| Managementmaßnahmen | Prävention durch Inspektion von importierten Gütern, z. B. durch Spürhunde, oder Behandlung von Waren an den Eingangszollstellen, zur Verhinderung der Einschleppung bzw. Ausbringung in die freie Natur; Frühwarnsysteme und Notfallpläne, um neue Vorkommen festzustellen und frühzeitig Bekämpfungsmaßnahmen durchzuführen; Zerstörung von Nestern und etablierten Kolonien durch chemische Kontrolle. |
| Letzte Aktualisierung | Umweltbundesamt, Jänner 2026 |
Verbreitung in Österreich
Es sind keine Nachweise aus Österreich bekannt.
Bundesländer
| V | T | S | K | St | O | N | W | B |
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Biogeographische Regionen
| Alpine Region | Kontinentale Region |
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EU-Risikobewertung
Blight, O. (2023): Risk assessment Brachyponera chinensis. Study on Invasive Alien Species – Development of risk assessments to tackle priority species and enhance prevention. European Commission. Link
Ausgewählte Quellen
Menchetti, M., Schifani, E., Gentile, V. & Vila, R. (2022) The worrying arrival of the invasive Asian needle ant Brachyponera chinensis in Europe (Hymenoptera: Formicidae). Zootaxa 5115(1): 146-150.
Nelder, M., Paysen, E., Zungoli, P. & Benson, E. (2006) Emergence of the introduced ant Pachycondyla chinensis (Formicidae: Ponerinae) as a public health threat in the southeastern United States. Journal of Medical Entomology 43: 1094-1098.
Schifani, E., Grunicke, D., Montechiarini, A., Pradera, C., Vila, R. & Menchetti, M. (2024) Alien ants spreading through Europe: Brachyponera chinensis and Nylanderia vividula in Italy. Biodiversity Data Journal 12: e123502.