Bipalium kewense - Hammerhaiwurm

Wissenschaftlicher NameBipalium kewense Moseley, 1878
SystematikRhabditophora, Tricladida, Geoplanidae 
Weitere deutsche Namen 
Englische NamenKew flatworm, Shovel-headed Garden worm, Hammerhead flatworm 
HerkunftSüdostasien (vom Norden Vietnams bis in den Süden Kambodschas) 
Einschleppungswege und EinfuhrvektorenUnabsichtliche Einschleppung durch kontaminiertes Baumschulmaterial, lebende Pflanzen für Botanische Gärten, Zoos und Aquarien, Parks und Gärten. 
ErkennungsmerkmaleDer Hammerhaiwurm hat eine charakteristische, hammerhaiartige Kopfform. Diese Kopfplatte ist grau bis und hat einen hellen ockerfarbenen Rand. Er erreicht eine Körperlänge von 5 bis über 30 cm und ist 3 bis 5 mm breit. Die Oberseite ist meist ockerfarben mit schwarzen bis graubraunen Längsstreifen (zwei Mittel-, zwei Seiten- und zwei Randstreifen), die an der Basis der Kopfplatte beginnen. 
Status in ÖsterreichFehlend (in der freien Natur) 
Erstfund in Österreich1893 in einem Gewächshaus in Graz 
Verbreitung in EuropaIn Frankreich, Malta, Portugal und Spanien kommt die Art in der freien Natur vor. 
Auswirkungen des KlimawandelsKlimawandelmodelle prognostizieren eine Ausbreitung im mediterranen Raum, die Etablierung im Freien in Mittel- und Nordeuropa ist eher unwahrscheinlich. 
Biologie und Ökologie

Die Art ist ein Zwitter, die Fortpflanzung erfolgt jedoch überwiegend ungeschlechtlich durch Abschnürung eines bis 4 cm langen Abschnitts am Körperende, aus dem ein neuer Kopf wächst. Bei geschlechtlicher Fortpflanzung werden Eikokons abgelegt aus denen die Jungtiere schlüpfen. 

Bipaliumkewense lebt im Boden und ernährt sich bevorzugt von Regenwürmern. 

Gefährdung der BiodiversitätÜber mögliche negative Auswirkungen auf die Biodiversität ist sehr wenig bekannt. Die Art frisst bevorzugt Regenwürmer, selten werden Schnecken gefressen. Bei hohen Abundanzen sind negative Auswirkungen auf die Bodenfauna nicht auszuschließen. 
Negative ökonomische AuswirkungenIn Australien tritt die Art als Schädling in Regenwurmfarmen auf. 
Negative humangesundheitliche AuswirkungenDer Hammerhaiwurm produziert das giftige Tetrodotoxin (um größere Regenwürmer zu überwältigen und zur Verteidigung), es gibt aber keine Hinweise auf Vergiftungen des Menschen (z.B. durch Berühren der Tiere). 
Positive sozio-ökonomische AuswirkungenEs sind keine positiven sozio-ökonomischen Auswirkungen bekannt.  
Managementmaßnahmen

Prävention durch Kontrollen und phytosanitäre Maßnahmen bei importierten Pflanzenprodukten, zur Verhinderung der unabsichtlichen Einfuhr und Ausbringung in die freie Natur; Bewusstseinsbildung; regelmäßige Untersuchungen auf nicht-heimische Plattwürmer in Baumschulen, Gärtnereien und Botanischen Gärten; Frühwarnsysteme, um neue Vorkommen festzustellen und rasch Bekämpfungsmaßnahmen durchzuführen; Reinigen von Maschinen und Geräten vor dem Transport können die Ausbreitung unterbinden. 

Terrestrische Plattwürmer werden tagsüber durch Handsammeln in feuchten Mikrohabitaten entdeckt. Plattwürmer jagen nachts und können mit Hilfe einer Taschenlampe gefunden werden. Zu den Fangmethoden für Plattwürmer gehören das Auslegen von kleinen Brettern, Steinen oder Fliesen auf dem Boden, unter denen die Tiere am nächsten abgesammelt werden können. 

Letzte AktualisierungUmweltbundesamt, Jänner 2026
 

Verbreitung in Österreich

Es sind keine Nachweise der Art in der freien Natur in Österreich bekannt. Sie wurde historisch in Graz und aktuell in Wien in Gewächshäusern festgestellt. 

Bundesländer

I = innerhalb von Gebäuden 

VTSKStONWB
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Biogeographische Regionen

Alpine RegionKontinentale Region
-
 

EU-Risikobewertung

Winsor, L., Murchie, A.K., Justine, J.-L. & Beckmann, B. (2022): Risk assessment Bipalium kewense. Study on Invasive Alien Species – Development of risk assessments to tackle priority species and enhance prevention. European Commission. Link

Ausgewählte Quellen 

Stokes, A.N., Ducey, P.K., Neuman-Lee, L., et al. (2014) Confirmation and distribution of Tetrodotoxin for the first time in terrestrial invertebrates: two terrestrial flatworm species (Bipalium adventitium and Bipalium kewense). PLoS ONE 9(6): e100718. 

Nicolosi, G., Galimberti, A., Tommasi, N., et al. (2025) The invasive tropical planaria Bipalium kewense invades urban subterranean habitats in the city of Catania (Sicily, Italy). Biological Invasions 27: 24.

Links 

Australian Museum

Downloads

Alien flatworm guidelines for plant