Asterias amurensis - Nordpazifischer Seestern
| Wissenschaftlicher Name | Asterias amurensis Lutken, 1871 |
| Systematik | Echinodermata, Stelleroidea, Forcipulatida, Asteriidae |
| Weitere deutsche Namen | |
| Englische Namen | North Pacific sea star, Japanese starfish |
| Herkunft | Kalt-gemäßigte Küstengewässer von Korea, Russland, Japan und Nord-China. Eine der häufigsten Seesternarten im nördlichen Pazifik. |
| Einschleppungswege und Einfuhrvektoren | Die Einschleppung kann durch Ballastwasser oder über den Bewuchs am Schiffsrumpf sowie als Verunreinigung bei Muschelimporten für die Marikultur erfolgen. |
| Erkennungsmerkmale | Asterias amurensis ist eine Seesternart, die bis zu 50 cm Durchmesser erreichen kann. Sie ist gelb mit einer roten und violetten Pigmentierung an den fünf Armen und einer kleinen zentralen Scheibe. Die Unterseite ist gelb, die Arme sind ungleichmäßig mit kleinen, gezackten Stacheln bedeckt. |
| Status in Österreich | Fehlend |
| Erstfund in Österreich | - |
| Verbreitung in Europa | Es sind keine Nachweise in Europa bekannt. |
| Auswirkungen des Klimawandels | Während höhere Wintertemperaturen im Mittelmeer die Überlebens- bzw. Entwicklungstemperatur der Larven übersteigen, könnte sich diese Entwicklung für die Art in der östlichen Nordsee positiv auswirken. |
| Biologie und Ökologie | Eine arktisch-boreale Art, die mit kalten (unter dem Gefrierpunkt) und warmen (bis 30 °C) Wassertemperaturen gut zurechtkommt. Die marine Art benötigt Salinitäten >20 psu. Sie lebt im Küstenbereich auf unterschiedlichem Untergrund bis in 100 m Tiefe und auch im Tidenbereich. |
| Gefährdung der Biodiversität | Die räuberische Art kann in kurzer Zeit Häufigkeiten von bis zu 24 Individuen pro Quadratmeter erreichen und so dominante Bestände ausbilden, die negative Auswirkungen auf Muschelbestände haben. Zudem wird angenommen, dass A. amurensis die Fischpopulationen durch die Konkurrenz um Nahrung beeinträchtigt. |
| Negative ökonomische Auswirkungen | Asterias-Arten sind in der Lage, ganze Muschelbänke zu vernichten und können so Schäden in der Marikultur und Muschelzuchtindustrie verursachen. |
| Negative humangesundheitliche Auswirkungen | Die Art kann Giftstoffe akkumulieren und sich bei Verwendung für die Herstellung von Fischmehl, Kompost oder Dünger negativ auf die menschliche Gesundheit auswirken. |
| Positive sozio-ökonomische Auswirkungen | In ihrem heimischen Verbreitungsgebiet werden Arten der Gattung Asterias zur Herstellung von Fischmehl, Kompost und Dünger verwendet. Auch in Dänemark wurde 2019 eine Anlage zur Verarbeitung von Seesternen errichtet, in welcher Seesterne zu Tierfutter verarbeitet werden. Ähnliche Verwendungszwecke können für A. amurensis ins Auge gefasst werden, sollte die Art in das Gebiet der Region eingeschleppt werden. |
| Managementmaßnahmen | Prävention durch Kontrollen von Muschelimporten; Bewusstseinsbildung in der Marikultur über die Risiken und mögliche Einschleppungswege; Frühwarnsysteme und Monitoring mariner Lebensräume sowie Entwicklung von Notfallplänen, um neue Vorkommen rasch festzustellen und frühzeitig Bekämpfungsmaßnahmen einzuleiten. |
| Letzte Aktualisierung | Umweltbundesamt, Jänner 2026 |
Verbreitung in Österreich
Es sind keine Nachweise aus Österreich bekannt.
Bundesländer
| V | T | S | K | St | O | N | W | B |
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Biogeographische Regionen
| Alpine Region | Kontinentale Region |
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EU-Risikobewertung
Galanidi, M. (2022): Risk assessment Asterias amurensis. Study on Invasive Alien Species – Development of risk assessments to tackle priority species and enhance prevention. European Commission. Link
Ausgewählte Quellen
Byrne, M., Gall, M., Wolfe, K. & Agüera, A. (2016) From pole to pole: the potential for the Arctic sea star Asterias amurensis to invade a warming Southern Ocean. Global Change Biology 22: 3874-3887.
Gabaev, D.D. (2018) Ecology of the starfish Asterias amurensis (Lütken, 1871) in Russia’s East. American Journal of Marine Science 6: 1-19.
Grannum, R.K., Murfet, N.B., Ritz, D.A. & Turner, E. (1996) The distribution and impact of the exotic sea star, Asterias amurensis (Lütken), in Tasmania. In: The introduced northern Pacific sea star, Asterias amurensis (Lütken), in Tasmania. Australian Nature Conservation Agency, Canberra, pp. 53-138.
Ross, D.J., Johnson, C.R. & Hewitt, C.L. (2002) Impact of introduced sea stars Asterias amurensis on survivorship of juvenile commercial bivalves Fulvia tenuicostata. Marine Ecology Progress Series 241: 99-112.
Links
Marine Biosecurity (Neuseeland)
National Introduced Marine Pest Information System (Australien)