Acridotheres cristatellus - Haubenmaina
| Wissenschaftlicher Name | Acridotheres cristatellus (Linnaeus, 1758) |
| Systematik | Aves, Passeriformes, Sturnidae |
| Weitere deutsche Namen | Chinesischer Star |
| Englische Namen | crested myna, Chinese crested myna, Chinese jungle myna, Chinese starling |
| Herkunft | Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Süd-China bis Südostasien (Laos, Myanmar, Vietnam). Die Art wurde in andere Regionen Asiens (u.a. Philippinen, Japan) sowie nach Nord-, Mittel- und Südamerika verschleppt. |
| Einschleppungswege und Einfuhrvektoren | Tiere können aus privaten Haltungen entkommen oder absichtlich freigesetzt werden. In Europa seit Mitte des 19. Jh. in Zoos gehalten. |
| Erkennungsmerkmale | Die Haubenmaina ist ein starenartiger Vogel (22-25 cm lang), der mit dem Gemeinen Star und anderen Arten der Gattung Acridotheres verwechselt werden kann. Namensgebend sind die Federbüschel auf der Stirn, die einer Haube ähnlich sehen. Das Gefieder ist überwiegend schwarz, die Augen orange, der schlanke Schnabel hellgelb und die Beine dunkelgelb. |
| Status in Österreich | Fehlend |
| Erstfund in Österreich | Zwischen 1983 und 1991 bestand eine kleine Population von rund 15 Tieren in einer Einfamilienhaussiedlung im Bezirk Liebenau in Graz, die als erloschen gilt. Es wird vermutet, dass es sich bei den ersten Tieren um entkommene oder ausgesetzte Käfigvögel gehandelt hat. Aktuelle Nachweise der Art sind für Österreich nicht bekannt. |
| Verbreitung in Europa | Die Art ist in der EU in Portugal etabliert, wo sie seit 1997 im Großraum Lissabon vorkommt, einzelne Tiere wurden auch in anderen Regionen Portugals festgestellt. Historische Beobachtungen einzelner Tiere liegen auch aus Belgien, Deutschland, den Niederlanden und Spanien vor. |
| Auswirkungen des Klimawandels | Durch den Klimawandel wird eine mögliche Etablierung in allen EU-Mitgliedsstaaten, auch in Österreich, gefördert. Unter den derzeitigen Klimabedingungen sind die einschränkenden Faktoren die Mindesttemperatur des kältesten Monats und die mittlere Temperatur des wärmsten Quartals. Insbesondere die alpinen und borealen biogeografischen Regionen, in denen es derzeit für die Ansiedlung und Ausbreitung dieser Art zu kalt ist, werden sich in Zukunft besser für die Art eignen. |
| Biologie und Ökologie | Die Haubenmaina kommt natürlicherweise in offenen Gebieten und Ebenen vor, an Waldrändern, in menschlichen Siedlungen, Häfen, Gärten, Obstplantagen, Ackerland und Vorstadtparks. Haubenmainas sind Allesfresser und ernähren sich vor allem von Insekten, Früchten und Getreide, aber auch von diversen Abfällen. Die Art baut einfache Nester in Baumhöhlen oder Gebäudenischen, in der Regel in Gesellschaft von Artgenossen; das Gelege besteht aus bis zu sieben Eiern. Die Jungvögel verlassen nach rund einem Monat das Nest und werden noch im ersten Jahr geschlechtsreif. |
| Gefährdung der Biodiversität | Haubenmainas sind bekannt für ihre Anpassungsfähigkeit an städtische und landwirtschaftliche Lebensräume. Konkurrenz mit einheimischen Vogelarten um Nahrung und Nistplätze ist belegt, Haubenmainas werden oft als aggressiv und dominant gegenüber anderen Vögeln beschrieben. Sie zerstören Gelege bzw. fressen Jungvögel von anderen Vogelarten. Haubenmainas können möglicherweise Pathogene übertragen und sie breiten die Samen von invasiven Pflanzen aus. |
| Negative ökonomische Auswirkungen | Haubenmainas können Schäden und Verluste an Kulturpflanzen verursachen, vor allem an Früchten (Kirschen, Beeren, Äpfeln, u.a.). An den Schlafplätzen im Siedlungsgebiet kann es zu Lärmbelästigung und Verschmutzungen kommen. |
| Negative humangesundheitliche Auswirkungen | Negative humangesundheitliche Auswirkungen sind nicht bekannt, aber die Übertragung von humanrelevanten Parasiten und Pathogenen – wie für andere Maina-Arten belegt – ist vorstellbar. |
| Positive sozio-ökonomische Auswirkungen | Die Haubenmaina ist ein beliebter Käfigvogel. Der Vogel kann menschliche Sprache nachahmen. |
| Managementmaßnahmen | Prävention durch Öffentlichkeitsarbeit/Bewusstseinsbildung zur Verhinderung der vorsätzlichen und nicht vorsätzlichen Ausbringung in die freie Natur; Frühwarnsysteme (z. B. Citizen Science), um neue Vorkommen festzustellen und frühzeitig Eindämmungs- und Fangmaßnahmen durchzuführen. |
| Letzte Aktualisierung | Umweltbundesamt, Jänner 2026 |
Verbreitung in Österreich
Es sind keine aktuellen Nachweise aus Österreich bekannt.
Bundesländer
Ex = Erloschen
| V | T | S | K | St | O | N | W | B |
| - | - | - | - | Ex | - | - | - | - |
Biogeographische Regionen
| Alpine Region | Kontinentale Region |
| - | Ex |
EU-Risikobewertung
Scalera, R., Beckmann, B., Robertson, P., Verzelen, Y. & Adriaens, T. (2023): Risk assessment Acridotheres cristatellus. Study on Invasive Alien Species – Development of risk assessments to tackle priority species and enhance prevention. European Commission. Link
Ausgewählte Quellen
Kresse, A. & Kepka, O. (1988) Haubenmaina, Acridotheres cristatellus (L.), ansässig in Graz (Aves, Sturnidae). Mitteilungen der Abteilung für Zoologie am Landesmuseum Joanneum Graz 41: 49-50. Link
Saavedra, S., Maraver, A., Anadón, J. & Tella, J.L. (2015) A survey of recent introduction events, spread and mitigation efforts of mynas (Acridotheres sp.) in Spain and Portugal. Anim. Biodiv. Conserv. 38: 121-127.
Links