Myriophyllum aquaticum - Brasilianisches Tausendblatt

Wissenschaftlicher NameMyriophyllum aquaticum (Vell.) Verdc., 1973
SystematikSpermatophyta, Haloragaceae
Weitere deutsche NamenPapageienfeder
Englischer NameParrot's Feather
HerkunftSüdamerika
Einschleppungswege und EinfuhrvektorenAls Zierpflanze in der Aquaristik und durch Botanische Gärten 1880 nach Europa gebracht. Durch unsachgemäße „Entsorgung“ oder absichtliche Ausbringung in das Freiland gelangt, wo sich die Art entlang von Fließgewässern durch die Strömung, mit Wasservögeln sowie durch Boote, Wassersport- und Tauchausrüstung ausbreiten kann.
ErkennungsmerkmaleDas Brasilianische Tausendblatt ist eine immergrüne, ausdauernde Wasserpflanze mit untergetauchten (ca. 4 cm lang, mit 25 bis 30 Fiederblättchen) und über die Wasseroberfläche ragenden (ca. 3 cm lang, mit 24 bis 36 Fiederblättchen), wirtelig angeordneten Blättern. Die Stängel werden mehrere Meter lang. Die weißen Blüten sitzen einzeln in den Blattachseln der Lufttriebe. Die Pflanze blüht im Sommer von Juli bis September.
Status in ÖsterreichLokal etabliert
Erstfund in Österreich1988
Verbreitung in EuropaDie Art kommt aktuell vor allem in West- und Südeuropa vor (Irland, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Portugal).
Auswirkungen des KlimawandelsEs wird angenommen, dass die Art durch eine Erwärmung von Gewässerökosystemen begünstigt wird.
Biologie und ÖkologieDas Brasilianische Tausendblatt bevorzugt stehende und langsam fließende, meso- bis eutrophe Gewässer und angrenzende Feuchtgebiete. Es wurden in Europa bislang überwiegend weibliche Pflanzen festgestellt, die Reproduktion erfolgt vegetativ durch Sprossteile und Blätter. Die Pflanze kann dichte Bestände ausbilden.
Gefährdung der BiodiversitätBei Massenentwicklung verändert die Pflanze die Struktur und Nährstoffdynamik im Gewässer und verdrängt heimische Pflanzenarten. Sauerstoffzehrung und Veränderungen der Artengemeinschaften sind die Folge.
Negative ökonomische AuswirkungenBei Massenentwicklung können Beeinträchtigungen der Schifffahrt in Kanälen und im Tourismus sowie in der Wasserwirtschaft auftreten. Sauerstoffmangel kann zu Fischsterben führen.
Negative humangesundheitliche AuswirkungenKeine bekannt.
Positive sozio-ökonomische AuswirkungenDie Art wird in der Aquaristik als Zierpflanze verwendet.
ManagementmaßnahmenÖffentlichkeitsarbeit. Verhinderung der (un)absichtlichen Ausbringung. Entnahme aus der Natur.
Letzte AktualisierungUmweltbundesamt, August 2020
 

Verbreitung in Österreich

Die Art ist aktuell nur vom Warmbad Villach bis zur Gail-Einmündung bekannt.

Bundesländer

E - etabliert

VTSKStONWB
   E     
 

Biogeographische Region

Alpine RegionKontinentale Region
E 
 

Risikobewertungen

CIRCABC (2011) 

Seitz, B., Nehring, S. & Hussner, A. (2013): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertung Myriophyllum aquaticum – Brasilianisches Tausendblatt. In: Nehring, S., Kowarik, I., Rabitsch, W. & Essl, F. (Eds.): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen. BfN-Skripten 352: 138-139. Link

Ausgewählte Quellen

Hussner, A. et al. (2010): Comments on increasing number and abundance of non-indigenous aquatic macrophyte species in Germany. Weed Res. 50: 519-526.

Stiers, I. et al. (2011): Impact of three aquatic invasive species on native plants and macroinvertebrates in temperate ponds. Biological Invasions 13: 2715-2726.